Nutzholz verloren ging, musste in Kauf genommen werden. Es war eine harte und oft gefährliche Arbeit. War das Losholz auf den Holzplätzen an der Walstross (Waldstrasse), so teilten die beiden Bezugsberechtigten ihr Los und führten es weg, das Nutzholz uf d'Säga, das Brennholz nach Hause zum Versäga (zersägen) und Verschitta. (zu Scheiten spalten). Oft nahmen die beiden Nachbarn das Brennholz gemeinsam nach Hau- se und zersägten es gemeinsam und teilten es dann, die erste Mösala dem einen, die zweite dem andern, die dritte wieder dem ersten und so fort. Wenn ein Bürger für ein Bauvorhaben eine grössere Menge Bau- holz benötigte, konnte er einen Vorausbezug seines Losholzbezugsrech- tes beantragen, was ihm für mehrere Jahre bewilligt wurde. Als Gegen- leistung für den Losholzbezug mussten alle Bürger entsprechend Waltäg (Waldtage) leisten zum Aufräumen der Holzschläge, Tennelesetza (= Tannen anpflanzen), Waldstrassenbau etc., oder er musste einen Er- satz stellen. Die Bezugsberechtigten hatten auch Anspruch auf die zu ihrem Los gehörigen Äste. Wenn diese nicht bis Ende April — ab 1. Mai war Holzarbeit im Wald untersagt — weggeräumt wurden, so konnte jedermann die Äste zusammenrichten und d'Nescht (Äste) heimführen, wo man sie in Pöschele (= Reisigbündel) aufarbeitete. Dazu wurde ein Pöschelebock verwendet, bestehend aus zwei Längsholmen mit vier Füs- sen. Auf den Holmen standen vier ca. 50 cm hohe und ebenso weit aus- einanderstehende Stöcke, zwischen welche das ca. 80 cm lange Astholz und Reisig gelegt wurde. Mit einer an einer Zwischenverbindung der beiden Längsholme befestigten Kette oder mit einem runden Eisenbügel wurde das Pöschele zusammengepresst und mit Pöscheledroht (= Draht) zusammengebunden. Mit den getrockneten Pöschele wurde der Kachel- ofen angeheizt, und auf die Glut wurden dann die Tuarba als Dauer- brennstoff gelegt. Zum Heimführen oder zum Transport auf die Säge von Rundholz, soweit bei Schneefahrbahn das Holzschlapfa zulässig war, wurde der Holzwagen verwendet. (Siehe Wagentypen). Das Holz wurde mit Ketten zusammengebunden und mit einem Hebel, der um sich gedreht, die Ketten spannte. Für die Holzarbeit wurden folgende Werkzeuge verwendet: d'Holz- säga auch Blattsäga genannt, die von zwei Mann zu bedienen war, d'Äx, (Axt) dr Zaby (= ein ca. 25 cm in eine Spitze auslaufender nach oben abgebogener Eisenhaken mit einer nach hinten gerichteten Öse zum Anbringen eines starken Holzstieles), 2 — 3 Bessa (= ca. 15 cm lange Eisenkeile mit einem in der Öse beweglichen Ring). Mit dem Zaby konn- 77
        

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