Bschöttekarra 
die Bschötte etwas versickert war, wurden die Tüarka- körner, ca. 5 — 7 Stück pro Loch, verteilt eingelegt und dann mit der ausgehobenen Erde zugedeckt, meist wurde die Erde mit der Haua an- gedrückt, so dass das ange- pflanzte Feld wieder flach aussah. An den Ackerrändern wurden vielfach Stangen- bohnen gepflanzt. Wichtig war der Schutz der eingeleg- ten Körner und selbst noch, wenn die ersten Triebe aus dem Boden schauten, gegen Rappa (= Raben). Dazu wurden Tüarkamehner (= Vogelscheuchen), aus Stoffresten und alten Kleidern zusammengebunden, auf dem Feld aufgestellt. Mit Vor- liebe wurden auch geschossene Rappa an einer Stange angebunden. Anpflanzzeit für den Mais waren die ersten Tage im Mai. Auch wurde von der Gemeinde zum Schutz gegen Vögel ein Türkenhirt ange- stellt, der mit Gewehrschüssen die Vögel vertrieb. Als im Krieg Pul- ver nicht mehr erhältlich war, vertrieb er sie mit Schlägen auf eine alte Sense oder auf ein Blech, das als Lärminstrument diente. Nach alter Bauernregel soll der Tüarka am Johannitag (24. Juni) einen Löffelstiel (ca. 25 cm) hoch gewachsen sein («z'Johanni an Löffel- stiel git Tüarka viel»). Jetzt wurden nach und nach schwächere Pflanzen entfernt, so dass pro Pflanzloch am Schluss nur noch zwei höchstens aber 3 Pflanzen übrig blieben. Es wurden auch Zwischen- früchte eingepflanzt: zwischen den Zeilen Höckerler (= Busch- bohnen), Runkelrüaba, Krut und Köhl, Salot, Randig (= Randen) und am Rand, besonders an einem Grabenrand, Küarbsa (= Kürbisse). Mais braucht zum Reifen mindestens 100 Sonnentage. Ende Oktober war es dann soweit. Ma goht ge Tüarka ito, und der Tüarka, d. h. nur die Tüarkakolpa, werden abgno. Zu Hause wurde er im Tenn, hie und da sogar in der Wohnstube, abgeladen. Am Abend kamen Verwandte und Nachbarn zum Tüarka-Uszüha (= Mais ausschälen, das ist die äusseren Blätter entfernen). Wenn hürotsfähige Maatla (heiratsfähige Mädchen) im Hause waren, fehlte die männliche Jugend 64
        

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