Damalige Kartoffelsorten: Nudla, eine langgestreckte runde mit fla- chen Augen versehene Sorte, die besonders im Schellenberger Riet an- gepflanzt wurde, Rote und Blaue Rosa als Frühkartoffeln, Kaiser, eine relativ kleine runde Sorte mit tiefliegenden Augen,Nätzeler, eine grös- sere runde Sorte mit nicht sehr tiefliegenden Augen — der Name stammte wohl von der Familie Matt («s'Nätzeles»), die die Sorte in Mauren einführte, Schaffhuser und Kaiserkrona. Als Nachfrucht nach frühgeernteten Kartoffeln wurden Räba (= weisse Rüben) angesät, die erst im November geerntet wurden. Sie wurden wie Sauerkraut igmacht (eingeschnitten) — sure Räba — oder auch frisch geraffelt — süasse Räba — als Gemüse gegessen. Das Anpflanzen von weissen Rüben hat den Einwohnern von Mauren ihren Übernamen «Murerräba» einge- bracht. Tüarkastecka (= Mais anpflanzen) Mais wurde damals nur für den menschlichen Bedarf angepflanzt. Selten wurde den Pferden gebrochener Mais anstelle von Hafer ver- füttert. Das Anpflanzen von Silomais ist erst in den Dreissigerjahren aufgekommen. Das Pflanzland wurde in gleicher Weise wie das Land für die Kar- toffeln vorbereitet. Im ufwärtiga Boda wurde seltener Mais angepflanzt. Die mit der Haua ausgehobenen Tüarkalöcher (= Pflanzlöcher) wiesen in der Reihe einen Abstand von ca. 50 cm und die Reihen selbst einen solchen von ca. 80 cm auf. In das ausgehobene Loch wurde mit der Trenza (= Mistgabel) Mist eingelegt, den man mit dem Meschtkarra — auch Meschtbenna genannt — oder der Bera, wie beim Grumpirastecka, verteilte. Darauf kam Kunst- dünger und zum Schluss Bschötte (= Jauche), die im Bschöttefass aufs Feld gefah- ren und mit dem Bschötte- karra, aus dem sie mit der Bschötteschapfa (= Holz- oder Blechkübel an einem langen Holzstiel) ausge- schöpft und in die Tüarka- löcher verteilt wurde. Sobald Bschötteschapfa 63
        

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