Der Höwaga — seine Besonderheiten Normalerweise benutzte man zum Hölada einen Laterawaga (Leiter- wagen), und selten einen Brockawaga. Bei beiden Wagen war auf der Stirnseite ein ca. 1,5 m hohes mit 4 Sprossen versehenes Höläterle (Heu- leiterlein) angebracht, das beim Leiterwagen mit 2 am unteren Ende an- gebrachten Blechösen unten an der Laterastanga befestigt war, beim Brockawaga mittels eines Eisenstabes, der durch Ösen am Wagen und am Läterle gezogen wurde. Oft verwendete man, besonders beim Laden von Fetthö (= Fettheu) und Ohmat (Emd), an allen 4 Ecken des Wagens Höstecka, ca. 1.30 m lange Holzstöcke, die unten mit einem schräg ein- geschlagenen Nagel auf den unteren Lateraholm gesteckt wurden. War das Höfuader fertig geladen, wurde der Wessbomm, der vorne einge- kerbt war, unter eine Sprosse des Höläterle gesteckt und auf das aufge- ladene Heu niergedrückt. Der Wessbomm wurde rückwärts mit dem Hösaal ( = Heuseil ein ca. 12 mm starkes etwa 8— 10 m langes Hanf- seil) nach unten gezogen, so dass das Heufuder zusammengepresst wurde. Dies geschah auf folgende Weise: Das Seil wurde mit einer Schlaufe am Laterabomm oder einem Griff am Brückenwagen festge- macht und zweifach um den Wessbomm geschlungen und am anderen Laterabomm oder einer entsprechenden Vorrichtung am Brückenwagen befestigt. Die Schlooffa (= Schlaufe) wurde senkrecht nach unten ge- zogen und um einen Knauf an der Höwinda (= eine Holzwinde) ge- wickelt, die zwischen den beiden Sittalatera drehbar eingesetzt mit den Wingatknebel (= 2 Stöcke, die in die versetzten Löcher der Winde ge- steckt wurden) durch Drehen der Winde den Wessbomm nach unten ziehen. Nun wurde das Höfuader noch auf allen Seiten abgrehat, um lose Heubüschel zu entfernen, die beim Heimfahren verloren worden wären. Daheim, und dies meist zu späterer Tageszeit, wurde das Heu abgeladen das Faasthö (= Fettheu) in der Pflella (= der grosse bis zum Dach reichenden Raum, dessen Boden auf gleicher Höhe mit dem Tennenboden lag). Das Ohmat (= Emd) wurde entweder auf dem Fett- heu aufgelagert oder auf der Höböhne (= Heubühne) abgelagert und die Streue auf der Streuebühne. Rochkessel und Bremaöl Zum Schutz der Zugtiere gegen Ungeziefer (Brema, Mogga, Stäch- flüga etc.) wurden Rochkessel (Rauchkessel) mitgeführt. Sie wurden mit 59
        

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