Lehrkräfte Ausländer.25 Aus dem Ausland kamen auch die zum Teil adeligen Offiziere und die meisten Unteroffiziere des liechtensteini- schen Militärkontingents zum Deutschen Bund. Sie waren in der Regel Berufsmilitär aus dem süddeutschen und österreichischen Raum. Ober- leutnant Friedrich Blaudek war Kommandant auf Schloss Vaduz von 1840 bis 1848, dann rückte Oberleutnant Baron von Falkenhausen aus Bayern nach, der 1858 wegen unehrenhaften Schuldenmachens ent- lassen wurde; an dessen Stelle trat mit Peter Rheinberger ein Liechten- steiner.26 Seit 1860 wanderten zwei neue Gruppen zu. Fabrikarbeiter fanden in den ersten Textilindustriebetrieben Arbeitsplätze. Im Jahre 1884 wa- ren über ein Drittel der insgesamt 426 in Liechtenstein beschäftigten Industriearbeiter Ausländer, auf 279 Liechtensteiner kamen 64 Öster- reicher, 58 Schweizer und 25 Deutsche.27 In den Frühlings- und Som- mermonaten wurden jeweils weitere Ausländer eingestellt, die im Herbst wieder entlassen wurden, weil dann mehr Einheimische zur Verfügung standen.28 Die zweite Gruppe bildeten die Fabrikanten selber mit ihrem Kader: Sie fanden hier Wasserkräfte, billige Arbeitskräfte, günstige Steuerbedingungen und Zugang zum österreichisch-ungari- schen Wirtschaftsraum. Während die zugezogenen Fabrikarbeiter mehr- heitlich aus noch ärmeren Gebieten des österreichisch-süddeutschen Raums stammten, kamen bis zum Ersten Weltkrieg alle Gründer von Industriebetrieben in Liechtenstein aus der Schweiz, etwa Kaspar Hon- egger aus Rüti/Zürich, die Gebrüder Jenny aus dem Kanton Glarus, Jakob Spoerry aus Neumünster/Zürich, August Oertli aus St. Gallen und Hermann Stäubli von Horgen/Zürich. In der Schweiz blühte die Textilindustrie bereits, und mit Tochtergründungen in Liechtenstein konnten Schweizer Industrielle die österreichische Schutzzollmauer überwinden. Einzelne Betriebe wurden später von österreichischen Industriellen übernommen, so von Ivan Rosenthal aus Wien.29 25 Ausländer in Liechtenstein, Arbeitsgruppe 4 (S. 14). 26 Geiger, S. 74, 359. 27 Ospelt, S. 280; dort muss es statt 179 Liechtensteiner wohl 279 heissen. 28 Ospelt, S. 280. 29 Ospelt, S. 262 - 279. 28
        

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