Die Wappenscheibe des Grafen Karl Ludwig von Sulz 427 : 304 mm, Notbleie, Haarrisse im Mantel der Madonna, verbleit. Bezeichnung WB (Ligatur). Beschriftung: Caral Ludwig Graffe zu Sultz Landgraffe im Kleggow des Heiligen Rö: Reychs erbhoffrichter zu Rottwil, Herr zu Vadutz Schellenberg und Blumenegk 1604 Der Scheibenstifter ist Graf Karl Ludwig von Sulz (1560— 1617). Er ist ein Nachkomme des Grafen Alwig von Sulz und der Verena von Brandis, deren Sohn Graf Rudolf I. von Sulz am 13. Juli 1510 von sei- nem Onkel, dem Dompropst Johann von Brandis, die Anrechte auf die Herrschaften Vaduz, Schellenberg und Blumenegg gekauft hatte.3 Karl Ludwig studierte in Freiburg im Breisgau. Den Brüdern Rudolf und Karl Ludwig fiel nach dem Tode ihres Vaters (f 1572), der wie sein Ur- grossvater Alwig hiess, das Amt als Hofrichter in Rottweil (Württem- berg) zu. Die Grafen Georg von Helfenstein und Heinrich zu Fürsten- berg, Heiligenberg und Werdenberg hatten die Vormundschaft über die noch minderjährigen Söhne übernommen, deren Besiztum die Land- grafschaft Klettgau, die Herrschaften Schellenberg, Vaduz und Blumen- egg umfasste. Es scheint, dass der ältere von ihnen, Rudolf, 1583 den Klettgau übernommen hat, während Karl Ludwig die Regentschaft über Vaduz, Schellenberg und Blumenegg zufiel. 1586 wurde Karl Ludwig Präsident des Reichskammergerichts, 1589 Oberster in Kaiserlichen Diensten. Er zeichnete sich in den Türkenkriegen als grosser Feldherr aus und war im ganzen Heer als «der lange Schwabe» bekannt. In der Schlacht bei Stuhlweissenburg (1601) befehligte er die Artillerie und trug entscheidend zum Siege der Kaiserlichen bei. 1603 wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsrates ernannt, der am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag tagte. Trotzdem sich Karl Ludwig infolge seiner Beanspruchung durch Verwaltungsämter und militärische Aufgaben besonders in der letzten Zeit seiner Regierung nur selten im Lande aufgehalten hatte, erfreute er sich grosser Beliebtheit. Als bekannt wurde, dass er die Absicht habe, 3 Otto Seger, Aus den Zeiten des Herrschaftsüberganges von Brandis zu Sulz und von Sulz zu Hohenems, JBL 60, S. 34 ff. 178
        

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