Die Wappenscheiben des Grafen Karl Ludwig von Sulz und der Gräfin Barbara von Sulz, geborene Freiin zu Staufen Im Herbst 1974 wurden dem Liechtensteinischen Landesmuseum zwei für die Landesgeschichte bedeutsame Wappenscheiben angeboten. Dank finanzieller Beihilfe von privater Seite konnten beide Scheiben erworben werden. Sie bilden mit der vor 15 Jahren angekauften Wap- penscheibe Ulrichs von Ramschwag und seiner Frau Barbara von Hall- wil eine interessante Illustration zu den geschichtlichen Vorgängen zur Zeit der Grafen von Sulz und Hohenems.1 Nach Anfängen in der romanischen Zeit, im 11. Jahrhundert, er- reichte die abendländische Glasmalerei in der Gotik ihre höchste Blüte in den Glasscheiben der Kathedralen und Kirchen. Die Kabinettmalerei wurde jedoch vornehmlich in der Schweiz gepflegt. Die Sitte der Fen- ster- und Wappenschenkungen hat nach Anfängen im 15. Jahrhundert ihren Höhepunkt im 16. und 17. Jahrhundert erreicht. Im 18. Jahrhun- dert ist der Brauch fast erloschen. Die Kabinett- oder Wappenscheiben haben ein eigenes Komposi- tionsschema. Sie bestehen aus folgenden Elementen: Wappenschild oder mehrere Schilder, Schildhalter, Hintergrund, rahmende Architektur, Zwickel- oder Oberbilder, Kartusche oder Inschrifttafel, meist am Fusse der Scheibe angebracht. Als Schildhalter kommen im sakralen Bereich Engel, Heilige (etwa Namenspatrone), vereinzelt auch die Muttergottes zur Darstellung, im profanen Bereiche Bürger und Bürgerinnen, Krie- ger, ausserdem auch Wappentiere, wie Löwen, Greife und Bären.2 Die rahmende Architektur zeigt alle zeitgebundenen Stilelemente, in unse- ren Scheiben Säulen, Kapitelle und Arkaden der Renaissance. Beide Scheiben haben gleiche Rahmen und Kartuschen. 1 Georg Malin, Die Wappenscheibe Ulrichs von Ramschwag und seiner Frau Barbara von Hallwil, JBL 59, S. 361 ff. 2 Jenny Schneider, Glasgemälde, Katalog des Schweizerischen Landes- museums in Zürich, 1970, S. 15. 177
        

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