Fürst erklärte sich auch bereit, den Helm im Tausch gegen Kunstwerke aus seiner Sammlung zu erwerben. Anlässlich der Beratungen wegen denkmalschützerischer Massnah- men im Fürstentum wies Jenny mit Nachdruck darauf hin, dass nicht nur in Schaan wichtige Funde noch zu erwarten wären, er erwähnte auch den Schellenberg und Triesen in welch letzterem eine römische Villa nachgewiesen wurde. Der Landesverweser erhielt von der fürstli- chen Hofkanzlei in Wien den Auftrag, sich um alle Fundgegenstände sofort zu kümmern und sie an den Fürsten zu melden. Landesverweser In der Maur begab sich am 22. Jänner 1888 aber- mals nach Bregenz, traf dort aber Herrn von Schwerzenbach abermals nicht an. Er wandte sich dann an den Feldkircher Gymnasialdirektor Elsensohn, welcher Mitglied des Vorarlberger Landesmuseums war. Dieser meinte, zu dem bevorstehenden Bau des Landesmuseums sei viel Geld nötig und es bestünde die Möglichkeit «mit dem Helm ein gutes Geschäft zu machen». Der Landesverweser ging auch den näheren Um- ständen des Auffindens des Helmes in Schaan nach. Er stellte fest, dass Schaan im Sommer 1887 die früher oberiridsche, in Holzröhren verlegte, Wasserleitung in eine unterirdische, in Tonröhren verlegte Leitung ver- bessern Hess. Anlässlich dieser Arbeiten fanden Alexander Frick und Lorenz Frommelt im Wald, an einer Stelle die ungefähr eine halbe Stunde vom Ort entfernt ist, in einer Tiefe von etwa 
3A Metern die bei- den nebeneinander liegenden Helme. Sie verkauften sie noch am sel- ben Tag um vier Gulden weiter. Als Frommelt hörte, ein wie gutes Geschäft sein Kunde mit den Helmen gemacht hatte, grub er am Fund- ort weiter, «es wurde aber nur ein Haufen gelber Asche gefunden». Das Auffinden der Helme hatte aber noch eine weitere positive Folge. Der Schaaner Bauer Hilti, auf dessen Grundstück man Spuren des Kastells gefunden hatte, und der sich bisher geweigert hatte, dort graben zu lassen, erklärte sich jetzt «mit grösster Bereitwilligkeit be- reit» gegen massige Entschädigung nach dem Kastell graben zu lassen. Fürst Johannes II. wollte aber immer noch wenigstens einen der Römerhelme erwerben. Im Sommer 1888 schickte er abermals den Landesverweser nach Bregenz mit dem Vorschlag, gegen Erhalt des Helmes für den Museumsbau einen namhaften Beitrag geben zu wollen. Es scheint, dass auch dieser Vorschlag negativ ausging; und man scheint den Plan, den Helm vom Museum zu erhalten, aufgegeben zu haben. 175
        

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