dann jagen, wenn das Schwarzwild so überhand nimmt «und die Unter- tanen sich dessen bei der obrigkeit beklagen, wie man dergleichen untier in einem solchen engen tal nit wol zu gedulden». Wenn die Not- durft es erfordere, soll ihnen unter Bedingung die Schiessbewilligung erteilt werden, dass sie das Wildbret der Herrschaft zustellen und nicht selbst behalten. Wer ohne Erlaubnis schiessen oder das Fleisch selbst behalten würde, solle wie einer, der Rotwild geschossen, durch die Obrigkeit an Leib und Gut bestraft werden». Von Sibratzhofen kommt 1617 noch ein Bericht, dass ein Wild- schwein grossen Schaden mache und dass der Landvogt die Schiess- bewilligung geben möge. Im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts ist es zumindest mit dem Massenauftreten der Wildschweine vorbei. Es verstummen die früher häufigen Klagen des Landvolkes. Das Wild- schwein scheint in den folgenden Jahrhunderten in unserem Rheintal nicht mehr heimisch zu sein. 2. Das Vorkommen des Wildschweines im 20. Jahrhundert Erst nach dem ersten Weltkrieg und weit darüberhinaus dringt das Wildschwein wieder in unseren Raum vor. Der Kanton Schaffhausen erlebt in den Jahren 1919 — 1923 eine wahre Invasion (4), 1923 stösst das Schwarzwild bis in die grosse Linthebene, 1926 wird Frauenfeld erreicht. 1926 und 1927 ist das Wildschwein wieder im Alpenrheintal vertreten. a) Di e « N o f 1 e r S a u » Das Jahr 1928 bringt uns den seit Jahrhunderten wieder erstmaligen Abschuss eines Wildschweines im Alpenrheintal. «In den letzten drei Jahren machte sich das Wildschwein in der Gegend von Rüthi und Oberriet wie auch in den gegenüberliegenden Vorarlberger Gemeinden Meiningen und Gisingen sowie im liechten- steinischen Ruggell bemerkbar. In Vorarlberg wurde nach Angabe der Jagdbehörden das letzte Wildschwein vor ca. 200 Jahren erlegt» (4). Im Juli des Jahres 1926 wurden die Spuren dieses Wildschweines im Uferwald der III unterhalb der Dörfer Gisingen und Nofels erstmals vom Nofler Waldhüter gesehen. Spuren und das Wildschwein selbst 163
        

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