der Schaden täglich grösser. Seit die Wildschweine vor etlichen Jahren in das Land gekommen seien, hätten sie sich so vermehrt, dass man an einigen Orten die Sauen in Haufen bis 20 und mehr Stück herumstreifen sehe. Bis weit in die Täler hinein richteten sie grosse Schäden an, weil sie keinen Abgang, sondern in den Hölzern, Wäldern und Auen, die um Felder und Äcker lagen, ihren ruhigen Aufenthalt hatten. Die ganze Nacht, oft abends und morgens, bei hellem Tage lagen sie in den Feldern und schadeten nicht nur allein dem Korn und Futter, sondern wühlten auch noch den Boden auf. Weder Wachen, Schreien, Hüten noch Feuer half, da sie dieses schon gewohnt" waren und sich nicht mehr erschrecken Hessen. Die Untertanen weisen auf die harten Jahre hin, die sie die letzte Zeit hatten, und sagen, dass sie, falls man ihnen nicht helfe und die wilden Schweine abschaffe, gezwungen wären, «vom land ins elend umb das hailig almusen zu ziehen». «Inständig baten sie den Landes- fürsten um Abhilfe. Auf dieses Ansuchen ordnete die Regierung auch eine Schweinshatz für den kommenden Winter an. Aber schon im Früh- sommer 1560 gab die Regierung in Innsbruck dem Vogt Märk Sittich wieder den Auftrag, die Forstüberreiter zu sich zu berufen und mit ihnen und den Untertanen vermöge kaiserlicher Erlaubnis eine Streife auf die Wildschweine vorzunehmen, falls bis zur Zeit der rechten Schweinshatz die Schweine auf eine andere Art nicht vertrieben und verscheucht werden könnten. Soviel sie wollten, könnten sie erlegen, das Fleisch hatten sie aber einzusalzen und nach Innsbruck zu schicken» (18). Aus der Aussage «seit die Wildschweine vor etlichen Jahren in das Land gekommen», könnte man annehmen, dass das Schwarzwild im 16. Jahrhundert nicht mehr Standwild im Rheintal war. Strömt es wie auch noch später in grösseren Wellen ins Rheintal hinein? Verfolgen wir nochmals die Aussagen von Tiefenthaler (18). 1560 legen die Untertanen bei der Herrschaft wieder ein Gesuch wegen der wilden Schweine vor «so stark hatten sich die wilden Schweine in dem rauhen, wilden und engen Gebirge eingewurzelt und gevaselt» (vermehrt). Auch noch in den 70-er Jahren des 16. Jahrhun- derts wird dem tirolischen Forstmeister vom Landesfürsten befohlen, die Jagd auf die Wildschweine fortzusetzen und alljährlich durchzu- führen. «Nach ihren Landordnungen und Freiheiten konnten die Unter- tanen der Herrschaften Sonnenberg und Montafons die Wildschweine 162
        

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