II. Das Vorkommen des Wildschweines im Alpenrheintal 1. Das einstige regionale Vorkommen des Wildschweines «Möglicherweise lässt sich Sus scroja L. in Europa bis ins Untere Pleistozän nachweisen. In der Schweiz ist es seit dem Beginn des Obe- ren Pleistozän bekannt und lässt sich durch alle Epochen bis zur Neu- zeit verfolgen» (20). a) Neolithikum bis Römerzeit Spuren von der Existenz des Wildschweines in unserem Rheintal lassen sich in den frühesten menschlichen Siedlungsplätzen feststellen. Hartmann-Frick (8 + 9) weist Knochenfunde von Wildschweinen von der frühneolithischen Rössener Zeit bis zur Eisenzeit in den Siedlungs- plätzen Borscht und Lutzengüetle auf dem Eschnerberg (FL) nach. Der Anteil des Wildschweines an der Summe der Wildtierknochen nimmt an beiden Siedlungsplätzen während des Neolithikums ab und steigt in der Bronzezeit wieder an. Im Eschner Riet (FL) wurden bei Grab- arbeiten für ein Pumpwerk ebenfalls Wildschweinknochen gefunden, die dem Neolithikum zugeschrieben werden (3). In Bludenz werden in Kulturschichten der Bronze- bis zur Römer- zeit (Zeitspanne von ca. 1000 Jahren) ebenfalls neben vorwiegend vor- geschichtlichen Haustierknochen auch Wildschweinfragmente festge- stellt (1). In der Revue Suisse de Zoologie veröffentlicht Rüegger (15) eine Arbeit über «die Tierreste aus der spätbronzezeitlichen Siedlung Crestaulta, Gemeinde Lumbrein im Kanton Graubünden». Unter den Resten der Wildtiere steht das Wildschwein an erster Stelle. In den jungsteinzeitlichen Pfahlbauten war das Wildschwein neben dem Edelhirsch eines der wichtigsten Jagdtiere. Die Römer betrieben die Eberjagd mit Hilfe schwerer Hunde, mit Netzen, oder unwaid- männisch mit Fallen, Schlingen und Fangeisen, die man an den Wech- sel stellte (20). Einige Wildschwein-Knochenfunde im spätrömischen Kastell in Schaan (4. Jh. n. Chr.) beweisen erneut das Vorkommen des Wildschweines in unserem Tal (21) b) Mittelalter Knochenreste in der Burg Neu-Schellenberg (FL), vor allem aus dem 160
        

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