3. Nützlich oder schädlich? Zweifellos kann das Wildschwein in dichtbesiedelten Gebieten auf Feldern und in Pflanzungen Schaden anrichten. Dies weniger durch das, was es tatsächlich frisst, als durch seine unermüdliche Wühltätigkeit in Kartoffeläckern und im Getreide. Diesen landwirtschaftlichen Schäden steht aber auch ein Nutzen gegenüber. Das Tier frisst beispiels- weise meist nicht die Kartoffeln, es fahndet mit seiner Wühlarbeit vor allem nach allerlei Schädlingen wie Engerlingen, Raupen, Schnecken, und Puppen vieler Insektenarten. Ohne Zweifel überwiegt so im Walde der Nutzen des Schwarzwildes bei weitem dessen Schaden. Besonders zu erwähnen im Walde sind — die durch Brechen bewirkte Bodenauflockerung, was sich boden- verbessernd und vielfach verjüngungsfördernd auswirkt, — die für den Waldbau entscheidende Vertilgung von Mäusen und — die schon erwähnte Vernichtung forstschädlicher Insekten. In forstlichen Publikationen finden sich Angaben über kaum vor- stellbare Mengen von Forstinsekten, welche vom Schwarzwild ver- nichtet werden. Um hievor eine Vorstellung zu vermitteln, werden in der nachfolgenden Tabelle die Befunde entsprechender Mageninhalts- untersuchungen an acht verschiedenen Sauen wiedergegeben (10). Insektenfunde in acht Schwarzwildmägen 1. 1462 Engerlinge und 11 Drahtwürmer, 2. 2500 Engerlinge, 3. 1900 Engerlinge, 4. 1890 Puppen vom Kiefernspinner, 5. 2250 Puppen der Kieferngespinstblattwespe, 6. 3583 Puppen der Kieferngespinstblattwespe, 7. 2130 Puppen vom Kiefernspinner und Reste anderer Forstinsekten, 8. 8100 Puppen der Forleule. Die Kenntnis dieser Untersuchungen zeigt uns wie problematisch es ist eine Tierart nur nach den Begriffen »schädlich» oder «nützlich» ein- zustufen. Wir müssten vielmehr nach ihrer biologischen Bedeutung im gesamten Landschaftsorganismus beurteilen. Gerade in dieser Hinsicht kommt dem Schwarzwild eine grössere Bedeutung zu als anderen Scha- 158
        

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