der Hammerzunft in Feldkirch. Diese Zunft besteht in Feldkirch heute noch als Grosshammerzunft. Ihr gehörten früher auch Maler und Bild- hauer an, z. B. Erasmus Kern von 1617 — 1627. Die Beziehung Cläsis zu unserem Land zeigt sich in folgender Eintragung in einem Lehrlings- buch dieser Zunft: «Hans Georg Cleßj hat einen Leriung haist Johannes Chrisostomus Boß von Baltzers A° 1612.» Bei 1619 heisst es «Hans Jorg Clessis sellig witib».31 Der Maler muss also 1618 oder 1619 gestorben sein. Die kulturellen Beziehungen unseres Landes zur Stadt Feldkirch waren im 16. und 17. Jahrhundert besonders rege. Ein grosser Teil der künstlerischen Ausstattung unserer Kirchen stammt aus Feldkirch. Hier sind besonders die Bildhauer Erasmus Kern und Ignatius Joseph Bin und der Maler Hans Huber, nach einer Vermutung Erwin Poeschels der Vater Wolf Hubers, zu nennen. Aus der Werkstätte der Clessin stam- men auch, wie Poeschel feststellen konnte, einige Werke der Gold- schmiedekunst, die noch erhalten und zum Teil noch in unseren Kirchen in Gebrauch sind.32 Eine Anzahl kirchlicher Malereien oder Skulpturen unseres Landes, die aus stilistischen Gründen dem süddeutschen Räume zuzuordnen sind, können noch nicht einem bestimmten Meister zugewiesen werden, da besonders die Malerei des 17. Jahrhunderts in unserer Region zu wenig erforscht ist.33 Das Fastentuch von Bendern gehört sicher in diese Stilrichtung. Ein dokumentarisch gesichertes Bild Clessins ist zwar noch nicht entdeckt worden. Aus der Übereinstimmung der Initialen und der mehrfach belegten Zeit seines Wirkens in Feldkirch, aus dem Verhältnis des Malers zum regierenden Grafen Kaspar von Hohenems, aus den kulturellen Bezie- hungen unserer Landesgegend mit Feldkirch und aus stilistischen Grün- den kann mit einiger Sicherheit geschlossen werden, dass Johann Georg 31 Stadtarchiv Feldkirch, Grosshammerzunft. Mitgeteilt von Dr. E. Somweber. 32 Poeschel, a. a. O., S. 102, S. 278 u. S. 263. 33 Dazu auch: Reinald Fischer, Der Maler Dietrich Meuss von Feldkirch im Dienste der Fürstabtei St. Gallen und des Landes Appenzell Innerrhoden, Separatdruck aus der Festgabe für Paul Staerkle zu seinem 80. Geburtstag am 26. März 1972, hrsg. vom Staats- und Stiftsarchiv St. Gallen, S. 117. 150
        

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