kirch-Buchs, mit äusserster Strenge. Das Liechtensteiner Volksblatt nahm die mehrmalige Schilderung der Zollkontrollen zum Anlass, dem österreichischen Staat wohlgemeinte Ratschläge zu geben, wie er durch Nachahmung der Schweizer Praxis «zu namhaften Beträgen» kommen könnte: « . . . . zumindest aber wäre dem moralischen Gebot ausglei- chender Gerechtigkeit Rechnung getragen, wenn man in Österreich die Schweiz nicht nur beneiden, sondern auch ihren praktischen Sinn nach- ahmen würde.» Nach einer genauen Passkontrolle erfolgte besonders bei verdächtigen Frauen Leibesvisitation und die Kontrolle der vor dem Grenzübertritt nach Österreich an Garderobestücken angefügten Stem- pel. War ein solcher nicht vorhanden, wurde der Gegenstand der Zoll- pflicht unterworfen. Die mit «schweizerischer Gründlichkeit» durchge- führten Prozeduren erinnerten den Liechtensteiner Korrespondenten «an die schlimmste Zeit der hinter uns liegenden Kriegszeit».79 Der Fahrradgrenzverkehr Auch an der liechtensteinisch-vorarlbergischen Grenze traten Schwierigkeiten auf, deren Liquidierung Monate dauerte und sogar die F. L. Gesandtschaft in Wien in Aufruhr versetzte. Es ging um das Pro- blem des Grenzübertrittes auf Fahrrädern. Die Frage wurde dadurch akut, dass die Monteure des Elektrizitätswerkes in Feldkirch zum Zwecke von Instandhaltungsarbeiten im Leitungsbereich von Mauren und Eschen bei jedem Grenzübertritt für das mitgeführte Fahrrad 10.— sFr. als Sicherstellung hinterlegen sollten. Da schliesslich auch ein Pauschalbetrag von 50.— sFr. durch das Elektrizitätswerk für die 22 Mann nicht aufzubringen war und einheimische liechtensteinische Arbeitskräfte trotz Arbeitslosigkeit nicht vorhanden waren, liess sich die fürstliche Regierung auf eine Ausnahme ein. Dies nicht zuletzt auf den Hinweis der Stadtwerke, dass das Stromguthaben aus Liechtenstein stets grösser sei als die vorgeschlagene Kaution.80 Schwieriger gestaltete sich der Fahrradverkehr für private Zwecke. Da.es den meisten Liechtensteinern schwer fiel, eine auch in Österreich geforderte Kaution zu hinterlegen, blieb als einziger Ausweg der Beitritt 79 LV, 5. und 16. 11. 1920. 80 LLA: Stadtwerke Feldkirch an FLReg. Vaduz. Feldkirch, 13. und 25. 1. und 10. 2. 1922. 92
        

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