des ehemaligen Feldkircher Bürgermeisters Dr. Peer, des Feldkircher Wochenmarktes und des Liechtensteiner Spielkasinos erhitzten beider- seits der Grenzen die Gemüter. Die Quellenlage für die folgende Untersuchung war, so unglaublich es klingen mag, besonders in Vorarlberg eine schlechte. Im Vorarlberger Landesarchiv konnten die zahlreich registrierten Akten nicht vorgefun- den werden. Obwohl sich die Feldkircher Stadtvertretung wiederholt mit Liechtenstein beschäftigte, gab auch das dortige Stadtarchiv kein Material. Das Handelskammerarchiv in Feldkirch aus dieser Zeit ist vernichtet, und die spärlichen Akten der Landesfinanzdirektion in Feld- kirch wurden in einem Beitrag von Dr. Arthur Hager zusammengefasst. Aus diesem Grunde kam vor allem den Beständen des Liechtenstei- ner Landesarchives und den Berichten der Liechtensteiner- und Vorarl- berger Tageszeitungen grösste Bedeutung zu. Diese Umstände einer tri- sten Quellenlage führten freilich zu manchen Lücken und vielleicht auch ungewollten Einseitigkeiten. Das Material konnte aber immerhin Grundstrukturen und historische Leitlinien aufzeigen, die mit dem An- schluss Liechtensteins an die Schweiz keineswegs verschwanden, son- dern in den letzten 50 Jahren manchmal mit gar explosivem Charakter zum Ausdruck kamen. Der Autor möchte,für Hilfe und Beratung dem Leiter der Liechten- steiner Landesbibliothek, Hans Brunhart, und besonders seinem Vor- gänger Robert Allgäuer herzlichst danken. Los von Österreich — ein gemeinsamer Weg Überraschend für Vorarlberg und die Mehrheit der Liechtensteiner beschloss der dortige Landtag am 2. August 1919 die Kündigung des Zollvertrages mit Österreich. Obwohl dieser Beschluss einstimmig ge- fasst worden war, stand hinter diesen Bestrebungen doch in erster Linie die Volkspartei, welche, wie die Vorarlberger Christlichsozialen, ihr Heil in einem wirtschaftlichen Anschluss an die Schweiz sah. Dem den Vorarlbergern bekannten Trend Liechtensteins zur Schweiz wurde jedoch, selbst in Feldkirch, anfangs wenig Bedeutung geschenkt, da der besonders in den Oberrheinischen Nachrichten gezeigte Liech- tensteiner Nationalismus und das offene «Antiwienertum» selbst mit der Meinung der Vorarlberger Deutschfreiheitlichen, die einen An- schluss an Deutschland wünschten, konform ging. Was den Oberrheini- 64
        

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