Bedenken hat der Redner auch für den Kriegsfall: «Wie denkt man sich den Grenzschutz für den Fall, dass an der liechtensteinisch-öster- reichischen Grenze, in Österreich selbst Unruhen, kriegerische Zustände eintreten sollten? Wir glauben Österreich heute ja konsolidiert und freuen uns, dass sich das Land allmählich wieder emporarbeitet. Aber es ist schon von den Herren Bundesräten wiederholt darauf hingewie- sen worden, dass die Welt voller Spannungen, voller Zwietracht sei, und es können plötzlich explosionsartig neue Situationen eintreten. Wie steht es mit der Neutralität für den Fall, dass kriegerische Verwicklun- gen in dem neuen Grenzlande, das dort dann anstösst, entstehen?» «Ende gut, alles gut» hatte der Redner zur Lösung der Buchser Zoll- amtsfrage gesagt, und nun lenkt er zum Schluss auf das gute Ende über- haupt ein: «Nachdem wir nun am Ziele sind, Liechtenstein helfen zu können in einer Art, zu der der liechtensteinische Landtag einstimmig seine Zustimmung gegeben hat, eine Hilfe, die auch in der Kommission nicht bestritten ist, habe ich keinen Grund, weiter zu opponieren. Da wir speziell in den Grenzgebieten Bedenken haben, so will ich hoffen, dass diese Bedenken nach und nach verschwinden und dass der alt- freundnachbarliche Verkehr, den wir mit Liechtenstein seit jeher ge- pflegt haben, wieder aufblühen werde. Ich werde dem Vertrag keine Opposition machen, aber Sie werden entschuldigen, nachdem wir heute unter dem Druck der unsicheren Zukunft stehen, die uns der Vertrag bringt, wenn ich mich der Stimmabgabe enthalte.» Bundesrat Motta dankt Präsident Odinga und dem Berichterstatter in französischer Sprache, Nationalrat Calame, für die ausgezeichneten Referate und wendet sich an Nationalrat Gabathuler mit der Bemer- kung, er gratuliere, dass ihn seine Zweifel zur Enthaltung und nicht zu einer direkten Opposition geführt haben. Er sei wohl nicht weit von der Wahrheit entfernt, wenn er annehme, dass diese Enthaltung zur Zustimmung geführt hätte, wenn man nicht in gewissen Kreisen so viel Opposition gemacht hätte. «Wenn es eine Gegend in der Schweiz gibt, die ein direktes Interesse an der Ratifikation des Vertrages hat, dann ist es die Gegend von Buchs», und an einer anderen Stelle: «Ich hoffe, dass die Ruhe in den Gemütern unserer Freunde von Buchs wieder einkeh- ren werde und dass sie schliesslich vollständig zufrieden sein werden.» Der Bundesrat dankt auch der österreichischen Regierung für die Regelung der schwebenden Frage und für die gute Harmonie und die Freundschaft, die immer zwischen den beiden Staaten bestanden habe. 5]
        

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