Verzögerungen In der Hoffnung auf baldige Verwirklichung wählte unser Landtag am 30. Mai eine Kommission zur Durchberatung des Zollvertrages mit folgenden Mitgliedern: Die Abgeordneten Dr. Wilhelm Beck, Peter Bü- chel, Josef Sprenger und Johann Wanger, ferner Fabrikant Spörry, Engelwirt Meier in Nendeln und Rudolf Hasler in Gamprin. Die Erwartungen sollten sich nicht erfüllen; zunächst verzögern die Widerstände aus Buchs einen raschen Abschluss. Am 17. Mai wenden sich zehn Speditionsfirmen und der Gemeinde- rat um Hilfe an das Kaufmännische Direktorium in St. Gallen und finden es unbegreiflich, dass sich die Oberzolldirektion überhaupt in Verhandlungen eingelassen hat. Die Sorge um Verlegung des Zollamtes nach Feldkirch wäre noch zu begreifen gewesen, sicher aber nicht An- griffe etwa von folgender Art: Wenn die Grenze verlegt wäre, würde man dem «verderblichen Schmuggel und der damit verbundenen Kor- ruption ganzer Landesteile, auch auf der Schweizer Seite, Tür und Tor öffnen. Die Zumutung an die Schweiz, zu solchen einschneidenden, verderblichen Änderungen alt eingelebter, bewährter Verhältnisse Hand zu bieten, ist ein starkes Stück. Die Schweiz ist nicht da, um dem Länd- chen Liechtenstein die Fehler gutzumachen (Kündigung des Zollver- trages mit Österreich). Das ist seine Sache, und mag es sein Heil auf jener Seite suchen, von welcher es sich unüberlegter Weise getrennt hat und wohin es auch gehört.» Am 12. Juni wendet sich das Zollamt Buchs-Bahnhof an die Zoll- kreisdirektion in Chur mit der Behauptung, «dass eine Zollunion mit Liechtenstein nur im Interesse dieses Landes liegen und nur zum Scha- den der Schweiz erfolgen kann. Überdies ist der Wunsch auf Zollan- schluss von Seiten Liechtensteins nur aus finanziellen Gründen erfolgt und erst nachdem die hauptsächlich durch Schmuggel und Schiebereien erworbenen Kronenvermögen durch den Kurssturz der österreichischen Valuta wertlos zu werden drohten.» Beide Eingaben wurden nach Bern weitergeleitet. Die darin enthaltenen Verunglimpfungen und Übertrei- bungen haben den Gegnern, wie man erkennen kann, nur geschadet. Sie sind aber zäh und verfolgen das Ziel der Ablehnung bis zum letzten Tage, der Verhandlung im Nationalrat. 30
        

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