Ansichten und Begehren vorzubringen. Es wird beantragt, nun mit der liechtensteinischen Regierung direkte Verhandlungen über den Ver- tragsabschluss aufzunehmen. Der Schluss des Antragsschreibers lautet: «Der Umstand, dass unsere Republik die Zollunion mit einem Für- stentum eingehen wird, kann nach Lage der Dinge ebenfalls keiner vorurteilslosen Beurteilung Grund zu Besorgnis bilden. Die liechten- steinische Verfassung, die gegenwärtig im Sinne einer Vermehrung der Volksrechte einer Revision unterzogen wird, ist konstitutionell-reprä- sentativen Charakters und bietet genügend Gewähr gegen die Gefahr der Missachtung des Volkswillens. Das Verhältnis des jetzigen Fürsten zu seinem Volke, dem er in reichlichem Masse seine Unterstützung hat zukommen lassen, ist fast ein patriarchalisches zu nennen. Sollten sich beide Staaten auf Grundlage des gegenwärtigen Ent- wurfes zu einem Ubereinkommen einigen, so darf ruhig gesagt werden, dass nach menschlichem Ermessen der Eidgenossenschaft weder ein politischer oder finanzieller Nachteil daraus erwächst. Wohl aber mag es ihr zur Ehre gereichen, dass sie einem bescheidenen und tüchtigen, in unverschuldete Bedrängnis geratenen Nachbarvölklein die Hand ge- boten hat zur Ermöglichung des Wiederaufbaues seiner wirtschaftli- chen Existenz und seines Staatshaushaltes. Auf Grund vorstehender Erwägungen stellt das Politische Departe- ment den Antrag, es sei zu beschliessen: 1. Der Entwurf über einen Zollanschluss Liechtensteins an die Schweiz wird genehmigt. 2. Der Notenentwurf des Politischen Departementes wird genehmigt und diese beauftragt, die Note mit dem Vertragsentwurf samt An- lagen dem liechtensteinischen Geschäftsträger in Bern zukommen zu lassen.» Wir dürfen annehmen, dass die so positive Einstellung auf die per- sönliche Intervention von Bundesrat Motta zurückzuführen ist, der das Politische Departement übernommen hatte und sich fortan als auf- richtiger Freund unseres Landes erweisen wird. 29
        

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