Aus der Fülle der verschiedenen Beziehungen möchte ich nur die- jenigen Flurnamen herausgreifen, die zur Naturlandschaft und damit auch zur Naturwissenschaft im weitesten Sinne gehören. Ein Blick auf irgendeine Karte lehrt uns, welch bedeutende Rolle die Natur in der Namengebung spielt. Das Bild der Landschaft mit allen ihren Erschei- nungsformen ist so treffend in dem reichen Namenschatz eingefangen. Alle die Formen im Gelände: Berge, Hügel, Hänge, Täler, Tobel und Mulden tragen ihre besonderen charakteristischen Namen, die somit ein plastisches Bild des Reliefs vermitteln. Auch die hydrographischen Verhältnisse — Bäche, Weiher, Sümpfe und vor allem der Rhein — haben im Namenbild ihren Niederschlag gefunden. Über die Boden- beschaffenheit und die Bewirtschaftungsformen vermögen die Flur- namen viel zu erzählen. Ebenso sind Vegetation — Wälder und Ge- büsche (siehe Alexander Frick 17) —, einzelne Baumarten und Pflanzen wie auch die Tierwelt in unseren Flurnamen reich vertreten. Es ist der bäuerliche, naturverbundene Mensch, der diese Fülle naturbezogener Namen geschaffen hat. In scharfer Beobachtung hat er sich die ihn umgebende Natur eingeprägt und ihre Formen und Eigen- schaften mit den ihm zur Verfügung stehenden sprachlichen Mitteln erfasst. Die Namen sind nicht zufällig so oder so gebildet. Sie ent- springen dem Erlebnis des naturverbundenen Menschen, sie werden zum Spiegel der Naturlandschaft. Aus dem reichen Angebot an liechtensteinischen Naturnamen be- schränkt sich die vorliegende Arbeit auf die Erfassung von Flurnamen, die die Tierwelt beinhalten. Davon ausgehend, dass die unverrückbare Pflanze viel leichter das Merkmal einer Örtlichkeit abgeben kann als das flüchtige Tier, wird hier der Versuch unternommen, die vermutlich kleinere Zahl von Tier- Flurnamen zu erfassen. Sachlich beschränkt sich die Arbeit auf die freilebende Tierwelt. Die Haustiere, beziehungsweise ihre zeitweiligen Aufenthaltsorte (Rossboden, Schafeck, Kälberweid) lassen wir hier ausser Betracht oder sie werden nur am Rande gestreift. Ebenso gilt es hier festzuhalten, dass wir uns primär auf die heute verstandene Aussage stützen, auch wenn eine andere Deutung bekannt und vielleicht gar wahrscheinlicher ist. Es wird also nicht primär die Aufgabe dieser Studie sein, die richtige etymologische, rein sprachliche Ableitung zu finden und zu deuten. So gibt es beispielsweise in Malbun 260
        

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