Die alten Eschner hatten zu dieser Zeit offensichtlich noch keine Ge- schlechtsnamen. Um sie näher zu bezeichnen wurde jeweils die Flur auf der sie wohnten angegeben. So finden wir im mehrfach erwähnten Jahrzeitbuch folgende Bezeichnungen: Heinzli von Riet, Hans von Marx, Gesa von Boppers, Andreas von Schönbüel u.a.m. Ein anderes ebenfalls romanisches Wort, nämlich Marend ( = nachmittägliche Zwischenverpflegung) hat im liechtensteinischen Un- terland genau die gleiche Entwicklung durchgemacht wie Maritschen, in dem auch hier die ersten zwei Buchstaben, also Ma zu B wurden. Unsere Unterländer sagen bekanntlich nicht Marend (marenda) sondern Brend (brenda). Im Oberland aber blieb es hingegen bei Marend (z'marenda). Es ist wohl angezeigt, sich noch mit dem früher ebenfalls häufig vorkommenden Flurnamen Maritschen etwas zu befassen. Er kommt in folgenden Formen vor: Maritschen, Maurit- schen, Waritschen, Woritschen. Es macht ganz den Anschein, dass im Wort Maritschen der Ton auf der 2. Silbe lag, also die romanische Betonungsweise vorherrschte. So kann man sich das starke Variieren der 1. Silbe wohl am besten erklären. Dass auch das Wort W o r i t s c h eine nasse sumpfige Stelle bedeutete, ergibt sich aus einer Urkunde im Regierungsarchiv aus dem Jahre 1701, wo es heisst: «Ein Woritschli beym Brunnen.» Heute ist dieser Flurname in diesen Formen nicht mehr in Gebrauch, er wurde überall durch Bretscha ersetzt. Aber auch die spätere Form, also Britschen weist starke Variierungen auf. So fin- den wir allein im Eschnerjahrzeitbuch hiefür folgende Schreibarten: Britschun, Brittschen, Brittschin, Brittzen, Britzen, Brütschen, Prutschen. Es fällt auf, das früher kaum jemals ein hartes P vorkam. Die heutige amtliche Schreibweise mit hartem P, z.B. auf der Karte 1 : lO'OOO, ist ganz offensichtlich von dem schriftdeutschen Pritschen (= Nachtlager) beeinflusst. Weder im Unterland noch in Schaan aber sagt jemand Pretscha, alle sagen Bretscha. Richtiger wäre es auf alle Fälle, wenn künftig auch die Ämter Bretscha statt Pritschen schreiben würden, denn damit würde unser Flurname auch deutlich vom schriftdeutschen Pritschen abgehoben werden. Herkunft nun überzeugend geklärt Im Jahre 1854 schrieb Dr. Ludwig Steub ein Buch, das den Titel «Zur Rhätischen Ethnologie» trägt. Auf Seite 195 schreibt Steub wörtlich: 253
        

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