DER REITER IM STEIGWALD Dort, wo heute ein schöner Weg hinaufführt zur Ruine Grafenberg, führte einst ein schmaler Pfad mitten durch Wald und Gestrüpp zur Burg, und es war unheimlich, ihn am Abend zu gehen. In der Nähe des alten Schlössles, wie Grafenberg auch genannt wird, hatten sich einige Holzhacker gerade zur Heimkehr gerüstet, als einer von ihnen rief: «Seht dorthin!» Da sprengte ein Reiter auf einem Schimmel durch den Wald. Seine Schulter umwallte ein dunkelgrüner Mantel, an der Seite hing ein Schwert, und in der Hand hielt er einen Speer, wie wenn er zum Wurf bereit wäre. Er ritt auf die wehrlosen Männer zu. Da rief einer in seiner Angst die drei höchsten Namen an. Sogleich kehrte der Reiter um und verschwand hinter den Mauern der Ruine. Die Männer fassten Mut und begaben sich dorthin, wo er ver- schwunden war, aber weder Reiter noch Pferd waren zu finden. Man sagt heute noch, dass der Geist vom alten Schlüssle in den Ruinen hause. GEISTERBANNUNG 24 In einem alten Hause in Mäls spukte es. Den Bewohnern wurde es allmählich unheimlich, einen Geist im Hause zu haben, und sie Hessen zwei Kapuziner kommen, damit sie ihn vertreiben. Sie kamen am Abend und beteten ununterbrochen bis um Mitternacht. Plötzlich fing es zu poltern an, und ein Mann trat ins Zimmer. Da sagte der eine Ka- puziner: «Alle guten Geister loben Gott den Herrn.» Der Fremde antwortete: «Ich auch.» Nun nahmen die Kapuziner den Geist in die Mitte und gingen dem Kleck entgegen. Vor einem Hause blieb der Geist stehen und sagte: «Der Mann, der hier wohnt, wird morgen eines plötzlichen Todes sterben.» Tatsächlich traf ihn auch in der Frühe der Schlag. Die Kapuziner aber bannten den Geist auf Kleck, und er wurde nie mehr gesehen. 245
        

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