nal festzustellen, der für die Zollregelung und Grenzüberwachung be- nötigt wird. Es stellt sich dabei heraus, dass der Mehrbedarf wesentlich geringer ist, als von den Zollbehörden vorher angenommen worden war. Schon am 13. Juni reicht die Oberzolldirektion dem Bundesrate den ersten Vertragsentwurf ein, und es hat den Anschein, als ob nach der Stellungnahme der einzelnen Departemente ein baldiger Abschluss des Werkes, vielleicht noch im Jahre 1921, möglich sein werde. Erster Widerstand der Gemeinde Buchs Da richtet am 18. Juni die Gemeinde Buchs ein Schreiben an den Bundesrat, das in erster Linie von der Befürchtung ausgeht, das Haupt- zollamt Buchs-Bahnhof könnte nach Feldkirch verlegt werden, was der Gemeinde zu grösstem Schaden gereichen würde. In einem beigelegten Zeitungsartikel heisst es: «Die Schweiz ist im Begriffe, mit dem Fürstentum Liechtenstein eine Zollunion einzugehen. Es hat den Anschein, als ob der Bundesrat oder die mit der Prüfung der Angelegenheit betrauten Instanzen mit grosser Befriedigung den Fuss über den Rhein setzen wollten.» In schwärzester Farbe werden die Finanzen des Staates geschildert. «Es braucht keinen grossen Aufwand an Klugheit, um herauszufinden, dass für Liechtenstein keine Möglichkeit besteht, die mit der Zollunion ver- bundenen Mehrausgaben für die Besoldungszwecke zu übernehmen. Es ist deshalb völlig verfehlt, wenn Liechtenstein hofft, am Zollvertrag partizipieren zu können. Schon aus diesen Erwägungen ist es unbe- greiflich, wie man an höchster Stelle zu einem solchen Unternehmen Hand bieten kann.» Die Antwort des Bundesrates erfolgt am 9. Juli, und es wird darin festgestellt, dass Österreich durch Staatsvertrag an das Zollamt Buchs gebunden ist, das durch den Zollanschluss Liechtensteins an Bedeutung nur gewinnen wird. Der Schlußsatz lautet: «Der Bundesrat ist somit der Meinung, dass für die in Ihrem Schreiben zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen, der Zollanschluss von Liechtenstein möchte Nachteile für Ihre Ort- schaft haben, kein ernsthafter Grund vorliegt.» Für Liechtenstein blieb nun nichts übrig, als abzuwarten und zu hoffen. Die Besprechungen in Bern hatten in den Hauptpunkten Klar- 25
        

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