Zwei Urkunden im Vorarlberger Landesarchiv vom 23. September 141912 und vom 10. November 142413 nennen einen Albrecht Vaistli von Vaduz: in der ersten entscheidet Wolfhart von Brandis in einem Weide- streit, wozu er Albrecht Vaistli neben anderen beigezogen hat; dasselbe liegt in der zweiten Urkunde vor, nur dass es hier um einen Wuhrstreit geht. Weiters erscheint er in einer Urkunde vom 10. September 1438 als Schiedsrichter.14 Dieser Alb recht Vaistli dürfte identisch sein mit dem, der am 11. Mai 1437 als «diener» des Herren von Brandis mit dessen Schreiber und dem Schulmeister zu Maienfeld der Abrechnung im Prä- tigau beiwohnt,15 und am 29. Juli 1440 seinem Bruder Hans Vaistli um 831/2 Pfund Pfennige einige Güter verkauft.10 Ein letztes Mal ist er 1455 nachweisbar.17 Die Annahme, dass es sich hier um den Vater des Georg Vaistli handelt stützt sich im wesentlichen auf die Namensgleichheit mit Georgs Bruder Albrecht. Aber auch die Tatsache, dass wir den Va- ter in der Verwaltung und in Schiedsgerichten tätig sehen, stimmt gut damit überein, dass er seinen beiden Söhnen eine Hochschulbildung zukommen lässt. Ebenso gut könnte aber auch der genannte Bruder Albrechts, Hans Vaistli, 1440 Vogt zu Gutenberg, der Vater der Brüder Albrecht und Georg Vaistli sein; andere Mitglieder der Vaduzer Linie der Vaistli sind bisher nicht bekannt geworden, so dass entweder Alb- recht oder Hans Vaistli (beide sind nach den Forschungen von Elmar Schallert Söhne des 1368 —1408 belegbaren Johann Vaistli von Vaduz) der Vater der Brüder Georg und Albrecht sein muss. Beide Brüder, zwischen denen ein beträchtlicher Altersunterschied von etwa 10 Jahren liegt, sind vermutlich in frühem Alter auf eine Lateinschule in ihrer engeren Heimat gekommen. Hier bot sich nicht nur Feldkirch an, dessen Lateinschule nach den den neuesten Forschun- gen von Gerhard Winkler bereits um 1400 bestanden hat18, sondern 12 Vorarlberger Landesarchiv, Urkunde Nr. 4890. 13 Vorarlberger Landesarchiv, Urkunde Nr. 4891. 14 Vorarlberger Landesarchiv, Urkunde Nr. 1629. 15 Otto P. Clavadetscher, Die geistlichen Richter des Bistums Chur, Basel/ Stuttgart 1964, S. 87, Anm. 63. 16 Büchel (vgl. Anm. 4), S. 153. 17 Vorarlberger Landesarchiv, Urkunde Nr. 4753. 18 Gerhard Winkler, Die Chronik des Ulrich Tränkle von Feldkirch, in: Ge- schichtsschreibung in Vorarlberg, Bregenz 1973, S. 12. 219
        

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