Georg Vaistli, der in der Zeit von 1446 —1487 als kaiserlicher Notar und Notar der bischöflichen Kurie in Konstanz urkundlich nachweisbar ist, darf als der älteste Vertreter des liechtensteinischen Notariats gelten. Würde schon diese Tatsache es allein rechtfertigen, dem Leben und Wirken dieses Mannes einmal nachzugehen, so lässt es nicht zuletzt auch der Umfang des urkundlichen Materials, das über Georg Vaistli existiert, als reizvoll erscheinen, seine Tätigkeit einmal im Zusammen- hang darzustellen; denn es sind — über die rein biographischen Daten hinaus — nicht weniger als 21 Urkunden in den verschiedensten Archi- ven der Schweiz, Deutschlands und Österreichs überliefert, an denen Georg Vaistli als Notar, Zeuge oder Partei mitgewirkt hat. Die Familie Vaistli (Faisslin, Faistlin, Vaissli, Vaistlin, Veistli, Feyst- lin u. ä)1 ist ein von Nüziders stammendes Edelgeschlecht, das sich nach der dortigen Kapelle St. Vinar auch «von St. Viner» benannte.2 Einen Zweig dieser Familie finden wir im 14. und 15. Jahrhundert in Beschling und Feldkirch (1537 erloschen); auch das Feldkircher Bürger- geschlecht der «Bürser» gehört den Vaistli an.3 Einen anderen Zweig bilden die reich begüterten, in Triesen und Vaduz ansässigen Junker Vaistli.4 Elmar Schallert hat über «Das Geschlecht der Vaistli in Vor- arlberg und Liechtenstein» in der Sektion «Heraldik und Genealogie» auf dem 12. Österreichischen Historikertag in Bregenz einen Vortrag gehalten; auf den Tagungsbericht und einen künftigen Abdruck dieses Vortrages sei hier hingewiesen, dem im übrigen nicht vorgegriffen wer- den soll. 1 Ich übernehme die massgebliche Schreibart Vaistli und die Belege für die abweichenden Schreibarten aus dem Register des von Franz Perret bearbei- teten Liechtensteinischen Urkundenbucb.es, 1. Teil, Anhang zum Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 50, Vaduz 1950, S. 548. 2 Anton Ludewig, Vorarlberger an in- und ausländischen Hochschulen vom Ausgange des XII. bis zur Mitte des XVII. Jahrhunderts, Bregenz 1920, S. 35, Anm. zu Nr. 24. 3 Ludewig, a. a. O., unter Hinweis auf eine Urkunde vom 20. Juli 1481, ab- gedruckt im Feldkircher Gymnasialprogramm 1860, Nr. 89; ebenso auch die folgende Anmerkung. 4 Johann Baptist Büchel, Geschichte der Pfarrei Triesen, Jahrbuch des Histo- rischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 2, Vaduz 1902, S. 152— 154. 217
        

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