am Hochrhein) Pfyn an der Thür, der Erzherzog mit einem österreichi- schen Korps Andelfingen zu erreichen. Suworow hoffte am 17. mit Conde, am 20. mit Korsakow und dem Erzherzog an der Thür sich zu vereinigen; der Erzherzog werde dann entscheiden, welche Kräfte an Truppen und Kriegsbedarf bei dem russischen Korps verbleiben könn- ten, um die gänzliche Befreiung der Schweiz zu bewirken.«12 Am gleichen Tage, dem 12. Oktober, wurde dieser Plan in Feldkirch, wo Suworow mit seinem Heere eingetroffen war, in einem Kriegsrat erwogen. Der Marschall war für ihn so eingenommen, dass er am liebsten sofort mit seiner Ausführung begonnen hätte, wenn die sichere militärische Beistandszusage des Erzherzogs vorgelegen hätte. In diesem Zusammenhang dürfte es uns interessieren, ob Suworow über die Besitznahme der Schweiz hinaus Gedanken für die Fortführung des zweiten Koalitionskrieges geäussert hat. In der Tat hat er mehrmals den Wunsch zum Ausdruck gebracht, ähnlich wie in Italien den Ober- befehl über die verbündeten Truppen zu erhalten, in Frankreich einzu- dringen und «an der Spitze eines grossen Heeres die Revolution zu besiegen.»13 Doch wenden wir uns wieder Suworows Plan, die Schweiz betref- fend, zu. Die Antwort des Erzherzogs liess nicht allzu lange auf sich warten. Bereits das oben erwähnte Schreiben von ihm, das Suworow am 11. in Balzers übergeben wurde, hatte seine abweichende Meinung bezüglich Graubündens zum Ausdruck gebracht. Sobald der Erzherzog aber die von Suworow am 12. Oktober datierte Operations-Disposition am 14. in seinem Hauptquartier in Donaueschingen eingesehen hatte, erklärte er, auf sie nicht eingehen zu können. Erstens würde ihn die Preisgabe Graubündens und der Erblande in einen Gegensatz zur Politik in Wien bringen, und zweitens befürchtete er, dass die Suworowsche Disposition, nach der vier Korps an dem entscheidenden Punkt die Ver- einigung suchen sollten, an denselben Mängeln scheitern könnte, wie der grosse Plan vom September für die Schweiz, wo der Feind die Korps einzeln geschlagen hatte. Am selben Tage noch teilte er in einem Schreiben seine ablehnende Stellungnahme Suworow mit. Aus diesem war zu entnehmen, dass statt mit allen zu Gebote stehenden Mitteln 12 Hüffer, S. 101. 13 Hüffer, S. 110. 211
        

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