man sich dort, den russischen Marschall mit seinen Streitkräften aus Italien fort und auf einen anderen Kriegsschauplatz zu beordern, und zwar nach der Schweiz. Es gelang auch, Zar Paul I. für diesen Plan zu gewinnen, der zum Ziele hatte, die Franzosen aus der Schweiz zu ver- treiben. Denn zweifellos war die Besetzung der Schweiz für die ver- bündete Kriegsführung von grosser Bedeutung, ermöglichten doch die Schweizer Pässe die kürzesten und sichersten Verbindungen zwischen den im Norden der Alpen und im Süden von ihnen in Italien operieren- den Armeen. Man kann verstehen, dass Suworow nur sehr ungern diesen Auftrag für die Schweiz übernahm, trennte er ihn doch nach siegreichem Feld- zuge in Italien von den obengenannten strategischen Plänen gegenüber Frankreich. Nach dem neuen Feldzugsplan für die Schweiz sollte Suworow mit seiner Armee über den St. Gotthard in die Zentralschweiz eindringen und die westlich von Zürich stehende französische Armee unter General Massena im Rücken fassen und schlagen. Das war aber nur möglich, wenn gleichzeitig das andere russische Hilfskorps unter General Korsa- kow in Zürich und Umgebung und die Österreicher unter ihren Gene- ralen Hotze, Jellachich und Linken von Norden und Osten her den Gegner angriffen. Am 21. September war Suworow mit seiner Armee zum Feldzuge in die Schweiz aufgebrochen. Unter ungünstigsten Geländebedingungen im Hochgebirge, zum Teil bei widrigem Wetter und Schneefall, wurden zwei schlecht begehbare Hochgebirgspässe erstmalig mit einer Armee überschritten, und zwei weitere nach heftigem Kampfe genommen. Der unmmöglich scheinende Übergang über die Reuss bei der zäh verteidig- ten «Teufelsbrücke» wurde erzwungen. Als sich die Armee dann trotz ihrer Erfolge plötzlich vom Feinde umringt sah, weil alle übrigen beteiligten Generale mit ihren Streitkräften einzeln geschlagen worden waren, blieb Suworow nur der Abmarsch aus der Schweiz übrig. Hier- bei bereitete seine Nachhut im Muotatal dem angreifenden Feinde eine blutige Niederlage und machte dabei 1300 Gefangene. Die letzte Etappe dieses Zuges, der Übergang über den wenig begangenen 2407 m hohen Panixerpass bei siebzig cm Neuschnee forderte durch Erfrieren gegen 200 Menschenleben, den Verlust der meisten Tragtiere und sämtlicher Geschütze, die zurückgelassen werden mussten. 208
        

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