Eine solche Drohung aber musste für das finanziell ohnehin ge- schwächte Unternehmen den endgültigen Tod bedeuten. Die in zähen Verhandlungen erreichten Zugeständnisse — der Zusatzartikel zum Postvertrag und die Zuteilung der «geteilten Welle» an der U.I.R.- Konferenz in Montreux — wurden über Nacht zu papiernen Verhand- lungsergebnissen, die in der Praxis keine Verwirklichung mehr fanden. III. DEMONTAGE DES SENDERS 1. Eigentumsvorbehalt der Lorenz AG Schon wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meldete die Lorenz AG ihre Ansprüche auf die in Vaduz stehende Sendeanlage an und wies in einem Schreiben an Dr. Marxer darauf hin, «dass der . . . Sender . . . nebst sämtlichem Zubehör bis zur Zahlung der vertraglich vereinbarten Beträge» in ihrem Eigentum verbleibe und dass ihr auch das «alleinige Verfügungsrecht» zustehe.274 Ein ähnliches Schreiben richtete Lorenz auch an die Regierung und ergänzte: «Wenn die Liechtensteinische Regierung die Möglichkeit sieht, eine Sicherstellung des uns gehörenden Senders der Firma C. Lorenz AG gegenüber zu übernehmen, sind wir gerne bereit, auf die sonst not- wendigen Rechtsmassnahmen zu verzichten.»275 In der Tat befanden sich Sender und Zubehör noch immer im Be- sitz der Lieferfirma. Der Vertrag mit Lorenz hatte ja vorgesehen, dass der Kaufpreis gestundet und nur die Kosten für Fracht, Montage und Ersatzteile — insgesamt 925 Pfund — belastet wurden.270 Von diesen 925 Pfund waren aber erst 500 Pfund bezahlt,277 auf die restlichen 425 Pfund wartete die Firma trotz mehrfacher Mahnung noch immer vergeblich. Im Januar 1940 teilte sie der Regierung deshalb mit, dass sich für den Sender ein anderer Käufer gefunden hätte und for- derte die Regierung auf, zur Demontage Stellung zu nehmen.278 274 AM, Roditi, Schreiben Lorenz an Marxer v. 11. 9. 39. 275 AM, Roditi, Schreiben Lorenz an Regierung v. 11. 9. 39 (Abschrift). 276 Vertrag s. o. S. 160 f. 277 AM, Roditi, Schreiben Ludenia an Marxer v. 31. 1. 40. 278 AM, Roditi. Schreiben Lorenz an Regierung v. 10. 1. 40. 194
        

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