zu halten».250 Am 31. August 1939, einen Tag vor dem deutschen Ein- marsch in Polen, liess sie über den Sender «die Bestimmungen über die Lebensmittelversorgung wie sie in den Besprechungen mit dem Volks- wirtschaftsdepartement . . . festgelegt wurden» verlesen257 und am 2. September vernahm die Bevölkerung aus den Lautsprechern den «Aufruf der fürstlichen Regierung» zum Ausbruch des Zweiten Welt- krieges.258 1. Entlassungen Doch die nationale Aufgabe, die der Sender in jenen Tagen wahr- zunehmen hatte, vermochte ihn nicht vor der endgültigen Stillegung zu bewahren. Bereits sechs Wochen nach Kriegsbeginn wurden die Arbeitsverhältnisse mit Sendeleiter Dr. Friedrich Ritter259 und Sende- techniker Josef Kindle200 gekündigt, allerdings nicht ohne sich die weitere Mitarbeit der beiden zu sichern. Dr. Ritter war einverstanden, sich auch während des Krieges um die Angelegenheit des Senders zu kümmern und sich «mit den Verwaltungsaufgaben und der Wahrneh- mung aller in das Radiogebiet einschlagenden Neuerungen und Ver- änderungen» zu kümmern. Auch Josef Kindle sollte weiterhin für den Unterhalt des Gebäudes und der Sendeanlagen besorgt sein. Man wollte also das Experiment «Liechtensteinischer Landessender» nicht ohne weiteres aufgeben und rechnete damit, nach dem Krieg mit den Be- mühungen fortfahren zu können.201 Die Hoffnung währte nicht lange. Der Geldnachschub stockte schon 256 Liechtensteiner Vaterland v. 30. 8. 39; Liechtensteiner Volksblatt v. 31. 8. 39. 257 Liechtensteiner Volksblatt v. 31. 8. 39. 258 Liechtensteiner Volksblatt v. 5. 9. 39. 259 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Marxer v. 22. 10. 39. 260 AM, Roditi, Schreiben Kindle an Marxer v. 11. 10. 39. 261 AM, Roditi, Schreiben Kenmore an Marxer v. 25. 9. 39 (Ubersetzung): «... Ich benütze die Gelegenheit um zu betonen, dass wir nicht die Ab- sicht haben, weder den Vertrag noch die Sendestation in Liechtenstein aufzugeben . . . ». 190
        

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