souveräne Land in verschiedener Form eingeflossen wäre, eine Reihe von Projekten durchgeführt hätte, die in zwanzig Friedensjahren Amor- tisierung und Gewinn gebracht hätten, oder ob der Schweizer Anschluss besser war. Sicher ist, dass er ein bequemeres Leben brachte, was der Liechtensteiner vor allem liebt, und dass er im letzten Kriege die Ver- sorgung mit Lebensmitteln sicherte.» In Form eines Notenwechsels kam auf Grund der Besprechungen am 22. April 1920 ein Vertrag zustande, in dem sich Liechtenstein verpflichtet, gegenüber Österreich keine Zölle zu erheben und Österreich unserem Lande die Meistbegünstigung zuer- kennt. Die Kündigungsfrist wird auf drei Monate vereinbart. Die Beratungen in Bern Die Sitzung der gemischten Kommission war auf Ende Januar ver- einbart, und der Landtag befasste sich in seiner Sitzung vom 17. Januar mit der Materie des Zollvertrages. Eigenartig ist wieder die Stellungnahme des Präsidenten Fritz Wal- ser: Er sei nie ein besonderer Freund des Schweizer Anschlusses gewe- sen, aber wenn man noch lange warten müsse, um sich an ein grosses, gemeinsames deutsch-österreichisches Wirtschaftsgebiet anzuschliessen, sei es besser, sich an die Schweiz anzuschliessen, wenn sie uns entge- genkomme, sonst müssten wir wirtschaftlich zugrundegehen. Auch Regierungsratstellvertreter Emil Batliner, wie Walser bereits als Unterhändler für Bern bestimmt, äussert sich wenig überzeugend. Er sei mit dem Anschluss an die Schweiz einverstanden, mit Österreich müsse aber auch ein Vertrag sein. Von der Schweiz erwarte er nicht viel, sie verhandle immer hart, und schon Grossstaaten hätten nach- geben müssen. Dr. Wilhelm Beck rügt, dass die Verhandlungen zu wenig vorbe- reitet worden seien. «Wir kommen nach Bern wie Buben.» 20
        

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