C. Das Ende des Liechtensteinischen Landessenders I. SCHWIERIGKEITEN Der Start des Liechtensteinischen Landessenders fiel in eine ungün- stige Zeit. Die Entwicklung der politischen Lage, die sich immer mehr auf den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hin zuspitzte, verursachte dem jungen Unternehmen von Tag zu Tag mehr Schwierigkeiten. 1. Finanzielle Probleme Schon bald nach Aufnahme der Probesendungen ergaben sich die ersten finanziellen Engpässe. Ein Depot von 2000 Franken, das Roditi zur Verfügung gestellt hatte, war schon am 10. Oktober 1938 aufge- braucht.239 Demgegenüber aber standen offene Rechnungen in einem Gesamtbetrag von 14'065.65 Franken. Es waren Rechnungen von Hand- werkern und Lieferanten sowie Honorare für Darbietungen, die wegen der finanziellen Lage nicht mehr ausbezahlt werden konnten und durch Schuldscheine abgegolten werden mussten.240 Die Geldsendungen aus London aber trafen nur spärlich ein. Im November kam ein Scheck über 1000 Franken241 und anfangs Dezem- ber einer über 500 Franken, obwohl Dr. Ritter um Überweisung von 2000 Franken gebeten hatte. Die Situation wurde dadurch von Tag zu Tag schlimmer. Am 7. Dezember 1938 schrieb Dr. Ritter an Kenmore: «Da Sie mir für den Sendebetrieb . . . nichts sandten und auch zur Be- gleichung der andern Rechnungen nichts überwiesen, so ist die Situa- tion heute die, dass ich bei Bezahlung aller bereits vereinbarten Dar- bietungen nur noch für drei Tage Geld habe, genau noch sFr. 95.50, ungeachtet freilich einiger kleiner Rechnungen, die indessen wieder 239 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Kenmore v. 27. 10. 38. 240 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Kenmore v. 25. 11. 38. Die grössten Posten betrugen : Baugeschäft Ludwig Ospelt, Vaduz Fr. 5 107.05 Gebr. Ospelt, Schlosserei, Vaduz Fr. 1 403.50 Lawenawerk Fr. 3 262.95 Möbelhaus Thöny, Schaan Fr. 1 703.70 241 ebda. 185
        

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