3. Der Erfolg von Montreux Diese Auskunft klang zwar nicht sehr optimistisch aber dennoch er- mutigend. Nach der Absage für Brüssel unternahm man in Vaduz nun einen neuen Anlauf und delegierte Dr. Friedrich Ritter als juristischen Berater in die schweizerische Delegation nach Montreux.227 Darüber- hinaus begaben sich auch Regierungschef Dr. Hoop und Dr. Marxer an den Genfersee, um die Möglichkeiten eines Beitritts zur U.I.R. abzu- klären. Ihr Gespräch mit Ing. Metzler von der schweizerischen Delega- tion ergab, dass vor dem Beitritt erst geprüft werden sollte, ob die Lirag als Rundfunkgesellschaft oder Liechtenstein als Staat beitreten sollte.228 Die Frage des U.I.R.-Beitritts war also noch immer nicht ge- regelt. Mehr Erfolg hatte Liechtenstein bei der Wellenzuteilung. Zwei Wo- chen nach Beginn der Konferenz meldete Dr. F. Ritter nach Vaduz, die Chancen stünden «immer noch ca. 50 : 50, dass wir eine geteilte Welle bekommen».229 Doch als er nach sechs Wochen nach Vaduz zu- rückkehrte, hatte er die Zusicherung für eine Frequenz in der Tasche. Die Konferenz von Montreux hatte Liechtenstein eine sogenannte «ge- teilte» Welle im Mittelwellenband zuerkannt. Die Frequenz betrug 198,7 Meter, die zugelassene Antennenleistung bei einer Rundstrahl- antenne 5, bei einer Richtstrahlantenne 10 Kilowatt. Liechtenstein teilte diese Welle mit andern Sendern in Spanien, Griechenland und Norwegen. Die grosse Entfernung und die ebenfalls geringen Sende- leistungen dieser Stationen aber schloss eine Störung des liechtensteini- schen Landessenders aus. Zum ersten Mal also figurierte Liechtenstein in einem offiziellen Wellenplan. Zum ersten Mal hatte eine internationale Konferenz dem Lande den Anspruch auf einen eigenen Sender bestätigt. Für Liechten- stein allerdings brachte diese Bestätigung nicht viel. Einmal wurde der Plan von Montreux wegen Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nie in Kraft gesetzt und zum zweiten verstummte der liechtensteinische Lan- 227 LRA 166/73, Note der Regierung an das Eidgenössische Politische Departe- ment v. 27. 2. 39. 228 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Peter Hope v. 6. 4. 39. 229 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Marxer v. 15. 3. 39. 181
        

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