3. Radio Liechtenstein als Relaisstation für Beromünster? Schon früh hatte Dr. Ritter auch mit dem Gedanken gespielt, aus dem Sender im Haberfeld einen Relaissender für den schweizerischen Landessender Beromünster zu machen. Die Voraussetzungen dazu wa- ren günstig: Im Rheintal und im Kanton Graubünden konnte Bero- münster nur sehr schlecht empfangen werden, ein Sender mit Standort Liechtenstein jedoch sehr gut.196 Die technischen Voraussetzungen, den Vaduzer Sender als Relais- sender zu benützen, waren einfach. Radio Liechtenstein hätte seine Antennenleistung von knapp 1 Kilowatt auf 2 bis 2,5 Kilowatt erhöhen müssen. Damit wäre der Hörbereich auf etwa 100 Kilometer erweitert worden. Darüber hinaus hätte ein Anschluss an die bis zur Post Vaduz reichende internationale Musikleitung bis zum Sender geführt werden müssen.197 In Gesprächen, die der Regierungschef mit dem damaligen SRG- Generaldirektor Glogg führte, zeigte sich dieser an der Idee interessiert, für die Verhandlungen aber war — einmal mehr — die Generaldirek- tion PTT zuständig.198 III. AUSBAUPLÄNE 1. Der Kampf um Frequenzen Während all dieser Arbeiten und Versuche mit dem kleinen Sender hatte man auch das eigentliche Projekt eines Gross-Senders nicht aus den Augen gelassen. Immer und immer wieder wurde die Regierung gebeten, sich für eine «brauchbare kurze oder mittlere Welle» einzu- setzen.199 Um in der Sache vorwärts zu kommen, sicherte sich die Re- gierung die Unterstützung eines Spezialisten: Dr. Albert Kofes von der Firma Lorenz in Berlin, erklärte sich bereit, das Fürstentum Liechten- stein als «Vertrauensmann und Vertreter der Regierung in der Radio- 196 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Regierung v. 19. 8. 38. 197 AM, Roditi, Schreiben F. Ritter an Regierung v. 26. 2. 39. 198 AM, Roditi, Amtsvermerk Hoops v. 5. 12. 38. 199 AM, Roditi, Schreiben Marxer an Regierung v. 10. 9. 38. 175
        

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