Das scheinbar grosszügige finanzielle Angebot konnte Regierungs- chef Hoop allerdings nicht mehr überzeugen. In einem kurzen Brief teilte er den Bewerbern mit, dass die Vorschläge geprüft würden, be- merkte aber auch, «dass .. . von einer anderen Interessengruppe be- reits eine namhaft höhere Konzessionsgebühr angeboten worden» sei.72 f) Das Gesuch eines Funk-Amateurs Den wohl eigentümlichsten Vorschlag zur Errichtung eines Radio- Senders in Liechtenstein machte der Funk-Amateur Walter Schwätzer aus Wien. Er war im Besitz einer Österreichischen Amateur-Sende- lizenz, die nach seinen Angaben durch einen Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz auch in Liechtenstein Gültigkeit hätte.73 Er schlug nun vor, seine Kurzwellen-Sendeanlage in Vaduz aufzu- stellen und sie als Liechtensteinischen Landessender zu betreiben. Schwätzer selbst erklärte sich bereit, «sämtliche für den Betrieb des Senders notwendigen Funktionen, also die deutschen und englischen Ansagen, die Schallplattenkonzerte, Übertragungen usw. selbst zu über- nehmen . . . wie auch die Wartung der Sendeanlagen zu besorgen, so dass keine weitere Hilfskraft notwendig wäre». Für den Betrieb des Senders schlug er die Gründung einer «Liech- tenstein'schen Radio-Gesellschaft» abgekürzt «LIRAG» vor und anerbot sich seinen Sender gegen Mitbesitz an dieser Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.74 Regierungschef Hoop versprach, das Angebot zu prüfen.75 Jahresgewinn Prozentsatz lO'OOO bis 50'000 Pfund 5°/o 50'000 bis lOO'OOO Pfund 10 % lOO'OOO und mehr Pfund 15 °/o 72 LRA 158/56, Schreiben Hoop an Allen v. 12. 7. 37 (Bei der erwähnten Offerte handelt es sich um die Offerte von Roditi, s. u.) 73 Nach Auskunft der Pressestelle der GD PTT bestand damals tatsächlich ein Abkommen über gegenseitige Anerkennung der Lizenzen. 74 LRA 158/56, Schreiben Schwätzer an Hoop v. 3. 8. 37, Expose Schwätzer v. 2. 8. 37. 75 LRA 158/56, Schreiben Hoop an Schwätzer v. 4. 8. 37. 134
        

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