Flächen, sowie die Gattung und beiläufige Anzahl der Obstbäume zu erheben, ferner die zur Ausfuhr gelangenden Ernteerträge, wobei Über- schätzungen unbedingt zu vermeiden waren.119 Im Mai 1920 wurde die Torfausfuhr wiederum Streitfall und sogar zu einer Angelegenheit des Vorarlberger Landtages. Der sozialistische Abgeordnete Rauscher und Genossen hatte in der 3. Sitzung am 14. Mai einen Dringlichkeitsantrag gestellt: Die Liechtensteiner waren nämlich dazu übergegangen, für jede Fuhre Torf drei Kronen zu verlangen und wollten nun diese Abgabe sogar in Frankenwährung. Der Antrag der Sozialisten lautete: «. . . . so ist für jedes Tier, das aus Liechtenstein zur Sommerung auf Vorarlberger Alpen oder Weiden aufgetrieben wird, eine Abgabe in Gold- oder Silberkronen einzuheben.» Obwohl der Vorsitzende, Landeshauptmann Dr. Ender erklärte, er habe diese Angelegenheit bereits Ende April mit der liechtensteinischen Regierung zu einem positiven Abschluss geführt, hielten die Sozialisten an ihrem Dringlichkeitsantrag fest: Sie wollten dadurch eine Veröffent- lichung des mündlichen Verhandlungsergebnisses und schliesslich eine Absicherung, «dass bei Durchführung der Frankenwährung in Liechten- stein der Zuschlag nicht in Franken gemacht wird». In der Abstimmung fiel der Antrag der Sozialisten, so dass der Fall zur geschäftsordnungsmässigen Behandlung kam.120 Obwohl auch Dr. Anton Zumtobel, Berichterstatter «des volkswirt- schaftlichen Ausschusses in Sachen Torfeinfuhr aus Liechtenstein» in der 6. Landtagssitzung am 8. Juni 1920 die Aufhebung der Franken- taxen durch den fürstlichen Ernährungskommissär bestätigte, gab sich der sozialistische Vertreter Rauscher aus Feldkirch nicht zufrieden. Abermals forderte er «bindende und geltende Abmachungen» und führte Gründe an, die die schwierige Lage Feldkirchs schilderten, eine gewisse Verärgerung gegenüber Liechtenstein, aber auch Bregenz — «da bei uns oben so eine ähnliche Stimmung waltet, wie in Bregenz gegen Wien, so ist auch die Stimmung Oberland gegen Bregenz». Was die Liechten- steiner betraf, meinte Rauscher: «Wir kennen das Völklein drüben, das sich von dem Leitmotiv leiten lässt: Um was und wieviel dreht sich der 119 LLA: Bezirkshauptmannschaft Feldkirch an die Gemeinden Altenstadt, Tisis und Tosters. 120 Stenographische Sitzungsberichte d. 11. Vbg. Landtages, 3. Sitzung, S.2,3,40. 108
        

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