schaft Schellenberg hafteten und.jährlich 5 fl 19 kr abwarfen.45 — Als bedeutendere Grundbelastung erwiesen sich die 
sog. «Neugereulzinse» bzw. 
der «NeiigutschilHng».46 Dies waren Bodenzinse, die vom fürst- lichen Aerar vom kultivierten Auboden der Talebene des Oberlandes, das Weideland ausgenommen, bezogen wurden. Das Unterland kannte diese Grundbelastung nicht. Der Neugutschilling wurde im vierten Jahr nach der Kultivierung des Aubodens in. einer Gemeinde festgesetzt und bezogen. Solche Auböden wurden im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert von den Gemeinden als Ackerland erschlossen und zu gleichen Teilen unter die Gemeindebürger zur Nutzung verteilt. Auf jedem Teil lastete ein bestimmter Neugereutzins, der vom Nutzungs- berechtigten zu erbringen war.47 — Als im Zinssatz unveränderliche, sog. «standhafte Gefälle», die aber im Gegensatz zu anderen 
Boden- 45 a. a. O., S. 168. 46 Die Bezeichnung ergibt sich aus den mit dieser Grundlast behafteten sog. «Neugereuten» oder «Neugütern». — Betr. «Neugereutzinse»: HKW 1863/ Nr. 6357, 25. Mai 1848 und HKW 1866/Nr. 1612. 24. Januar 1866. Berichte des RA über die «Feudallasten». Geiger, S. 405. 47 1802 berichtete das Oberamt, dass die Untertanen von Vaduz, Schaan, Triesen und Balzers in diesen Jahren in den Auen Grundstücke angelegt und urbar gemacht hätten, und zwar Vaduz 46'/2, Schaan 141, Triesen 108 und Balzers 108 Teile oder Stücke. Davon hätten die teilhabenden Ge- meindsleute den «Neugutschilling» zu zahlen. Das Oberamt bezog sich bei seinem Vorschlag auf die «Generalinstruktion» von 1719 und ein Hofkanz- leireskript vom 19. August 1735, wonach pro 100 Klafter neuurbarisierten Bodens 3 kr zu bezahlen wären. (HKW L 2 - 14, 23. OA an HKW. 18. April 1802). - 1815 entrichtete Vaduz von 122 «Neuguttheilen» ä 5 kr und 14 «Strassentheilen» ä 3 kr (ab 1772) 10 fl 52 kr und von den 1806 «eingeleg- ten 184 ganzen Gemeindstheilen» ä 30 kr 92 fl. Schaan zahlte vom Aeule und Mühleholz gemäss Urbar 16 fl 17 kr, von 47 «Weingartentheilen im Bardelagut neben der Kreuzbünd» ä 5 kr 3 fl 55 kr, von 1798 aufgerissenen 137 Teilen zu 100 Kl. ä 4 kr 9 fl 8 kr, von 1807 urbarisierten 137 Teilen ä 2 kr 4 fl 34 kr. Die Gemeinde Balzers zahlte laut «Vergleich vom Jahr 1723» von 97 Teilen ä 7 kr 11 fl 19 kr; von 1792 urbarisierten 108 «Insel- theilen» (100 Kl. ä 4 kr 7 fl 12 kr, von 16 Teilen zu 450 Kl. ä 18 kr (1802 aufgerissen) 4 fl 48 kr, von 1805 geschaffenen 112 Teilen ä 250 Kl. ä 10 kr 18 fl 40 kr und von 1810 urbarisierten 115 Teilen ä 150 Kl. ä 6 kr 11 fl 30 kr. Triesenberg zahlte laut Urbar «wegen der Neugereut des 4-ten oder unteren Theils zu rothen Boden» jährlich 1 fl. Die Gemeinde Triesen ent- richtete laut Urbar vom «Aeule» 3 fl 36 kr von 1798 urbarisierten 108 Teilen zu 100 Kl. ä 4 kr 7 fl 12 kr, von 1801 kultivierten 108 Teilen zu 100 Kl. ä 4 kr 7 fl 12 kr, von 1807 ausgegebenen 124 Teilen «Neben der Strasse» ä 75 Kl. ä 2 kr 4 fl 8 kr und von 1808 kultivierten 100 Teilen «beim Galgen» ä 50 Kl. ä 2 kr 3 fl 20 kr. - (LRA LBS, S. 168-170). - 1785 be- trugen die Einnahmen an Neugereutzinsen 27 fl 6 kr, 1825 216 fl 43 kr, 1835 232 fl 49 kr, 1848, als diese Einnahme vom Fürsten der Landeskasse überlassen worden war, ebenfalls 232 fl 49 kr und 1868, als diese Abgabe zum letztenmal vereinnahmt wurde, 203 fl 71 kr. — Vgl. unten, S. 133. 96
        

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