rat St. Johann in Feldkirch15 und das Kloster Pfävers16 hatten Grund und Boden, sog. «Widumgüter» in Liechtenstein, die zumeist an Bauern zur Bewirtschaftung verliehen waren. Die Obrigkeit trachtete immer wieder danach, bei Gelegenheit diese Güter bzw. Rechte an sich zu bringen, da sie innerhalb des Fürstentums eine gewisse Sonderstellung genossen. (Steuerbefreiungen, Patronatsrechte, Zollfreiheiten etc.) Das stimmten Zehntrechten; in Mauren 3 Weingärten (3130 Kl.) und einen Tor- kel, 1 Stück Wald und 2 Wiesen mit einem Schätzungswert von ca. 5000 fl; dazu noch Rechte (Fronfuhren) und angelegte Kapitalien von 1800 fl. (HKW L 2 —1, 20. Menzinger an HKW. 20. Mai 1803). Für 1804 wurden folgende Einnahmen verzeichnet: 84 fl 54 kr Kapitalzinse, 11 Fuder Dung, 127 fl aus Zehntverpachrung, 27 fl Lehenzinse, 1084 fl 12 kr von verkauf- tem Wein; dem standen insgesamt 1067 fl 31 kr Ausgaben gegenüber, was einen Reingewinn von 255 fl 35 kr ergab. (HKW H 1611. Rechnung über Einnahmen und Ausgaben bei den Gütern des Gotteshauses St. Johann im Thurtal für 1804, 10. Jan. 1805). Nach der Aufhebung des Stiftes St. Gallen wurden die St. Johanner-Güter zunächst von der Landesherrschaft in Ver- wahrung genommen, später dem Kanton St. Gallen zurückgegeben und 1807 vom Löwenwirt Johann Rheinberger, Vaduz, gekauft. (LRA NR 87/1. 31. Januar 1845. OA berichtet dem Fürsten über den Erwerb des St. Johan- ner Zehnten durch die Obrigkeit um 5300 fl). 15 Das 1218 von Graf Hugo von Montfort zu Feldkirch errichtete Priorat des Johanniter-Ritterordens (Malteser-Orden) kam 1382 in den Besitz des Pa- tronates der Pfarrpfründe Mauren, und später wurde diese Pfründe dem Kloster inkorporiert. Mit dem Patronatsrecht erhielt das Kloster auch Güter und Zehntrechte. 1610 kaufte das Kloster Weingarten das Priorat St. Johann in Feldkirch und damit auch die in Liechtenstein gelegenen Güter. Diese kamen 1695 an die Stadt Feldkirch, im folgenden Jahr aber an das Kloster Ottobeuren. Die Stadt Feldkirch behielt das Patronatsrecht. das Kloster übernahm die Patronatslasten. 1802 wurde das Kloster Ottobeuren von Bayern aufgehoben, das damit auch in den Besitz der liechtensteinischen Güter kam, die 1815 schliesslich vom k. k. österreichischen Aerar an sich gebracht wurden. — (Johann Baptist Büchel, Bilder aus der Geschichte von Mauren, JBL 15 (1915). S. 75 — 107, JBL 16 (1916), S. 5 — 71). 16 1803 umfassten die ehemaligen Güter des Priorats St. Johann in Feldkirch • 2 Lehenhöfe in Schaan (Stiegelhof. Mollenhof). Lehengüter in Mauren und Eschen. 3 Weingärten und 2 Wiesen. 1 Torkel, sowie bestimmte Zehnt- rechte in Mauren. Dieses gesamte Besitztum wurde mit 8726 fl geschätzt. (HKW L 2 —1. 20. Menzinger an HKW. 20. Mai 1803. Güterbeschreibung). —• 1812 wurden aus diesem Besitz an Einnahmen verzeichnet: 174 fl 52 kr Zins von den Lehengütern in Mauren und Eschen. 85 fl Reinertrag aus den Weingütern. 18 Fuhren Dung, 23 fl 18 kr Grundzinse, 40 fl Weinzehnt und 72 fl 24 kr Erblehenzinse in Schaan. (LRA SR B 7. o. Nr. 14. Dezem- ber 1812. Übersicht über den Ertrag sämtlicher bayrischer Güter in Liech- tenstein). — 1850 wurden die ehemaligen Prioratsgüter mit 28'395 fl 38 kr geschätzt. (HKW 1850/Nr. 3935. RA an HKW. 27. März 1850). 16a Seit dem 14. Jahrhundert hatte das Kloster Pfävers Güter in Liechtenstein, insbesondere die Pfarrpfrund Eschen mit dazugehörigen Rechten, inne. Nach der Aufhebung des Klosters Pfävers wurde das in Liechtenstein lie- gende Klostervermögen 1839 berechnet mit: 15'536 fl 55 kr an angelegten Kapitalien, 1*415 fl 5 kr an Mobiliar. Das gesamte Pfrundvermögen samt 89
        

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