Ersten Weltkrieges 740.2 Dabei ist aber zu beachten, dass sozusagen sämtliche Arbeiter in den liechtensteinischen Gewerbe- und Industrie- betrieben, auch die Saisonarbeiter, ja selbst Beamte und Geistliche, nebenberuflich Landwirtschaft betrieben. Der wichtigste Erwerbszweig in der liechtensteinischen Wirtschaft des 19. Jahrhunderts blieb die Landwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ohnegleichen ein, und die Landwirtschaft verlor ihre do- minierende Rolle. — In diesem Kapitel sollen die sich ständig wandeln- den Grundlagen und Formen der Urproduktion im 19. Jahrhundert dargestellt werden. a) Die personalrechtliche Stellung der Bauern Formen des Grundbesitzes und seiner Belastung Das herrschaftliche Prinzip Der liechtensteinische Bauer lebte im ausgehenden 18. Jahrhundert in einer Ordnung, die in ihren Wurzeln auf die Sozial- und Wirtschafts- struktur der Karolingerzeit zurückging. — Damals hatten sich «soziale und wirtschaftliche Lebensformen» herausgebildet, die die Grundlage für die gesamte Entwicklung der nächsten Jahrhunderte, ja in mancher Hinsicht des nächsten Jahrtausends abgaben.»3 Ein neues soziales Ord- nungsprinzip, das «ständische Prinzip», hatte sich durchgesetzt. Der alte Sippengedanke war nach der allgemeinen Sesshaftigkeit in den Hinter- grund getreten. Hatte die alte Gliederung der Gesellschaft auf der Rechtsstellung des einzelnen innerhalb der Gemeinschaft beruht, so Wicklung des Fürstentums Liechtenstein unter spezieller Berücksichtigung der gegenwärtigen Verhältnisse in der Landwirtschaft. (Diss.) Vaduz 1954. David Beck, Alpwirtschaft und Alpbrauch in Liechtenstein. In: Schweizer Volkskunde. Jg. 45 (1955), S. 33 — 41. Eugen Bühler, Wald und Waldwirt- schaft im Fürstentum Liechtenstein. In: St. Galler Bauer. Bd. 51 (1964), S. 1129'—1133. Meinrad Lingg, Die liechtensteinische Landwirtschaft. Ebenda, S. 1097 —1112. Ernst Ospelt, Die liechtensteinische Milchwirtschaft. Ebenda, S. 1123 — 1125. Derselbe, Unsere Alpwirtschaft. Ebenda, S. 1120 — 1123. Heinz Haushofer, Die deutsche Landwirtschaft im technischen Zeit- alter, Stuttgart 1963. Friedrich Lütge, Geschichte der deutschen Agrarver- fassung. Stuttgart 
21967. Wilhelm Abel, Geschichte der deutschen Land- wirtschaft vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, Stuttgart 
21967. Ferdinand Eimenreich und Gottfried Feuerstein, Die Landwirtschaft Vor- arlbergs. In: Landes- und Volkskunde, Geschichte, Wirtschaft und Kunst Vorarlbergs. Bd. 2. Innsbruck 1968, S. 345 — 409. 2 Auf die gut 1400 Wohnhäuser traf es 1861 1208 Grundbesitzer bzw. 1208 Personen, die in der Landwirtschaft ihren Haupterwerb hatten. Die Volks- zählung von 1911 wies nur noch 740 hauptberufliche Landwirte auf. (Volkszählungen 1861 — 1911). 3 Lütge, Wirtschaftsgeschichte, S. 49. 84
        

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