Bundes (1866) jegliche multilaterale Bindung dahingefallen war, be- gann seine eigenständige aussenpolitische Tätigkeit immer mehr zu schwinden. Das Kaisertum Österreich handelte «zugleich auch in Ver- tretung des Fürstentums Liechtenstein». Mit dieser Eingangsformulie- rung, wie sie in mehreren Staatsverträgen verwendet wurde, wird die ausenpolitische Situation Liechtensteins gegen Ende des 19. Jahrhun- derts charakterisiert. Für Liechtenstein wurde es immer schwieriger, nach aussen hin selbständig und staatlich unabhängig zu erscheinen. So konnte es während des Ersten Weltkrieges nur schwer verhindern, von den Alliierten wegen der engen wirtschaftlichen Bindung an Öster- reich zu den kriegsführenden Achsenmächten gezählt zu werden.44 Liechtensteins- Aussenbeziehungen wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur zum geringsten Teil von wirtschaftlichen Erwä- gungen geleitet. Im Vordergrund stand das Bemühen, die Stellung des Fürstentums und die Souveränität des Landes zu wahren, auch unter empfindlichen wirtschaftlichen Opfern. Die Zolleinheit mit Österreich war dann Grundlage für den allmählichen wirtschaftlichen Aufstieg in der zweiten Jahrhunderthälfte. War die Souveränität in dieser Zeit auch nie gefährdet, so wurden die staatlichen Aussenbeziehungen doch in zunehmendem Masse und um die Jahrhundertwende praktisch ausschliesslich von der Bindung an Österreich her bestimmt. Nicht zu- letzt wirtschaftliche Überlegungen hatten zu solchem aussenpolitischen Verhalten Liechtensteins geführt. 44 Vgl. unten, S. 270. 82
        

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