6. Um die möglichst billige Vertheilung aller Lasten über die Grundstücke nach Massgabe ihres Werthes durchzuführen, wer- de ich, so viel an mir liegt, die bereits beabsichtigte Bearbei- tung eines Landes-Catasters mit Beschleunigung vornehmen lassen. 7. Über die aus der Atzungsauflösung fliessenden Gelder und so- genannten Maiengüter wird nach den Bestimmungen des neu zu berathenden Gemeindegesetzes den Gemeinden die Verfü- gung zustehen. 8. Der nächste Landtag, oder ein Ausschuss aus seiner Mitte, wird zu berathen haben, was für Hebung der Gewerbe, des Handels, der Handwerke und namentlich des dem Lande in allen seinen Zweigen so wichtigen Ackerbaues geschehen kann; bis diese Berathungen zu einem Beschlüsse über den Hausierhandel ge- führt haben werden, wird die Landesregierung auf möglichste Beschränkung dieses Handelszweiges, dem ausgesprochenen Wunsche gemäss, hinzuwirken haben. Von Auswanderern, welche allen ihren Verpflichtungen genügt haben, sollen fortan keine Abzugsgelder gefordert werden. 9. Was im Schul- und Erziehungsfache Noth thut, wird in Ver- bindung mit einem Landtagsausschusse reiflicher Berathung unterzogen werden, und da ich die Wichtigkeit dieses Gegen- standes vollkommen würdige, sichere ich diesfalls mein thäti- ges Einwirken zu. 10. Mit wahrem Vergnügen sehe ich, dass der Liechtensteiner Wün- sche im Sinne meines Erlasses vom 19. v. M., mit meinem über- einstimmend, dahin gehen, dass die Zollschranken zwischen dem Fürstenthume und dem deutschen Bunde, und zwar dem nachbarlichen österreiche, fallen mögen; mein ernstes Streben soll zur baldigen Verwirklichung dieses dem wahren Besten des Landes gewiss förderlichen Wunsches gerichtet sein, und ich werde bei den diesfälligen Unterhandlungen nicht ausser Acht lassen, wo möglich für den Bedarf des Landes eine Ermässigung der gegenwärtigen Salzpreise zu erzielen. 11. Es ist uns die Hoffnung gegeben, dass es dem vereinten Streben der Fürsten und Völker Deutschlands gelingen wird, bei grös- serer Einheit, inniger Verbindung zwischen den einzelnen Staa- ten, das gemeinsame Vaterland an Kraft gewinnend, in grösse- rem Wohlstande erblühen zu sehen; an meiner warmen Ver- tretung soll es dabei nicht fehlen, so wie es sich schon mehrere- mal nicht ganz unwirksam erwiesen hat, damit den Verhältnis- sen des Fürstenthumes die gehörige Berücksichtigung geschenkt werde. Bei Wahrung der Selbständigkeit des mir durch die Vor- sehung anvertrauten Landes möglichst die aus der Verwaltung 124
        

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