deren Gemeinden Liechtensteins mehr oder weniger Platz greift, ernst- lich in Erwägung gezogen würden, um diesem Übel so gut als möglich durch geeignete Mittel zu steuern. Könnte nicht durch geeignete Verbesserung des Steuerwesens, grössere Unterstützung auf dem Gebiete der Landwirthschaft, endlich auch durch Einführung einer lebensfähigen Hausindustrie viele Erleichterung geschaffen werden ? Und gerade jetzt, wo einigermassen Ausichten auf neue wohlthätige Verkehrsverbindungen vorhanden sind, thäte es wirklich noth, wenn unsere Landesvertretung endlich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zur Verwirklichung derselben energisch einstehen würde. Es ist auch wirklich höchste Zeit, wenn in derartigen Lebensfragen mehr geschieht als bisher, da sich sonst Niemand wundern darf, dass all- mälig Entmuthigung und das Gefühl der allgemeinen Hülflosigkeit trotz des redlichen und arbeitsamen Sinnes unserer Bevölkerung immer mehr und mehr sich einnistet, und die in Balzers bereits im Gange be- findliche Katastrophe weiter um sich greift.» Anhang Nr. 37 Reisepassausstellung 1808 — 1842 Wanderbuchausstellung 1872 —1914 Bevölkerung 1861 —1921. Aufenthalt a) Reisepassausstelhmg 1808 — 18421 1 LRA SF Resepassverzeichnis I und II; Die Verzeichnisse enthalten laufend von Nr. 1 ff. numerierte Listen über vom Oberamt ausgestellte Reisepässe mit Namen und Beruf des Passinhabers, Reiseziel und Gültigkeitsdauer des Ausweispapiers. Die Wanderungsziele lagen hauptsächlich in der Schweiz, dann in Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Gültigkeitsdauer be- trug meist zwischen 3 Monaten und einem Jahr. Grund der Reise war mit ganz seltenen Ausnahmen immer Saisonarbeit im Ausland. Hier als Beispiel die Berufe der Paswerber des Jahres 1836: 442 Maurer, 147 Handlanger, 84 Taglöhner, 36 Dienstmägde, 29 Dienstknaben 27 Zim- merleute, 10 Bauernknechte, 9 Händler, 7 Schreiner, 6 Steinhauer, 3 Bäcker, 3 Schmiede, je 2 Priester, Schlosser, Kutscher und Weber, je 1 Schleifer, Weberin, Wirt, Müller, Lebzelter, Küfer, Senn, Schuhmacher, Schneider, Wagner, Korbmacher, Mühlemacher und Sattler, insgesamt also 826 Leute, die 1836 für höchstens ein Jahr lang weggezogen waren. Nur etwa 40 Per- sonen waren weiblichen Geschlechts. Die Tabelle lässt deutlich ein allmähliches Ansteigen der saisonartigen Aus- wanderung erkennen. Beachtenswert ist die auffallend hohe Zahl von im Hungersjahr 1817 ausgestellten Reisepässen. 108
        

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