1. Wenn jemand in fremde Kriegs- oder Civildienste sich begibt, oder 2. in ein ausländisches Kloster tritt, oder 3. in einem fremden Lande, worin er nicht begütert ist, oder kein Handlungshaus hat, sich häuslich niederlässt. 4. Wenn sich eine Weibsperson im Auslande vereheligt; 5. Wenn Jemand, dessen Entweichung der Obrigkeit erweisslich un- bekannt gewesen, durch drey Jahre aus dem Lande abwesend ge- blieben, 6. Wenn Jemand zwar mit Erlaubnis auf eine Zeit ausser Land ge- reist, aber nach erloschener Urlaubsfrist weder eine Verlängerung angesucht hat, noch nach der in der gerichtlichen Einberufung anberaumten Frist wieder zurückkehret; und 7. Wenn wer immer, nachdem seine Abwesenheit bekannt und er durch ein öffentliches Edikt einberuffen worden, in der anberaum- ten Frist weder wieder kehret, noch seine Abwesenheit giltig recht- fertiget. Unter fremden Kriegsdiensten werden jedoch die Kriegs- dienste jener Staaten des rheinischen Bundes nicht verstanden, in welchen den Unterthanen verstattet ist, nach Gefallen in die Kriegsdienste dieses oder jenes Rheinbundstaates zu treten; daher jene Individuen, welche sich in solcher Staaten Militärdienste be- geben, zwar nicht der Auswanderungsstrafe, wohl aber rücksicht- lich ihres Vermögens, in sofern sie solches ausser Land bringen wollen, der im nichfolgenden §. 2. bestimmten Auswanderungstaxe unterliegen. §• 2. Im Allgemeinen ist zwar Niemand erlaubt auszuwandern, in einzelnen Fällen aber, wo besondere Umstände eine Ausnahme zu machen ge- statten, muss die Bewilligung zur Auswanderung bey dem Oberamte vorläufig angesucht werden, welches bey Indivduen, die kein Vermö- gen im Lande besitzen, und bey Weibspersonen, die wenn sie gleich eigenes Vermögen besitzen, in die benachbarten Länder sich vereheli- chen, über das Gesuch ohne weitere Anfrage, zu erkennen, — in andern und bedeutenden Fällen aber an Unser Hofkanzley seinen ausführli- chen Bericht zu erstatten, und Unsere Entschliessung abzuwarten hat. §• 3. In jenen Fällen, wo nun die Auswanderung bewilliget werden wird, sind von den sämtlichen Vermögen des Auswanderers ausser jenem an die Gemeinde, in welcher er sesshaft gewesen, nach dem bestehen- den Herkommen zu bezahlen schuldigen Abfahrtsgelde, auch drey pro- cento als Auswanderungstaxe an Unsere Rentkassa zu entrichten. Ge- 73
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.