2) Die Zahlen von 1784 entstammen der von Rentmeister Fritz im glei- chen Jahr verfassten Landesbeschreibung. (HKW L 2 — 14). Eine exakte Datierung der Zählung ist nicht möglich. Da die erste von insgesamt 6 Lagen des Originals in Wien unauffindbar ist, — sie enthält vermutlich eine allgemeine Beschreibung des Landes und sicher die Beschreibung der Gemeinde Balzers — , mussten die Zah- len für Balzers einem auszugsweisen Abdruck in den «Liechten- steiner Nachrichten», Beilage zu Nummer 102, 11. Jg., 24. Dezember 1924, entnommen werden. Das Fürstentum zählte damals 4318 In- länder. Bei den Zahlen sind die Hintersässen nicht eingerechnet. Wie aus der Rentamtsrechnung von 1784 entnommen werden kann, bezahlten damals 18 Hintersässen das sog. «Hintersässgeld». Die Zahl der gesamten an- und abwesenden Bevölkerung dürfte sich somit 1784 auf ca. 4400 belaufen haben. 3) LRA AR Nr. 27, Fasz. 26/1 a. Tabelle ohne weitere Angaben. Ob die Hintersässen in die Zählung einbezogen sind, ist nicht ersichtlich. 4) LRA AR Nr. 27, Fasz. 26/1 b. 4. Dezember 1806. Tabelle ohne weitere Angaben. Gemäss «Provisorischer Übereinkunft über die Population der Confederirten Souverainen fürstlichen Länder», Frankfurt, 4. Okt. 1806, wurde Liechtenstein mit 6050 Einwohner taxiert, was viel zu hoch war. Liechtenstein hätte auch ein dementsprechend grösseres Truppenkontingent an den Rheinbund zu stellen gehabt. Die zu hoch angenommene Bevölkerungszahl dürfte wohl der Anlass zur Zählung vom Dezember 1806 gewesen sein. 5) HKW L 2 — 3, 86, Vaduz, 7. Juli 1812. Tabelle ohne weitere Anga- ben; publiziert in: FL. Wohnbevölkerung. Volkszählungen 1812 — 1930, hrsg. vom Amt für Statistik des FL, Vaduz 1962, S. 1. 6) LRA LBS, S. 104 f. Zählung gemäss erhaltenen Konskriptionsformu- laren, Ende Februar 1815. 7) HKW S 313, ad Nr. 2491. HKW 1611 H. Die Zählung erfolgte am 31. März 1818 «zum Behufe der Ausmittlung des fürstlichen Bundes- truppenkontingents». Beim Frankfurter Bundestag wurde eine Be- völkerung von 10000 Einwohnern angenommen, wonach auch die Grösse des Bundeskontingents ermittelt werden sollte. Die Vornah- me einer Volkszählung so kurz nach der abgeschlossenen wird da- durch gut verständlich. Quaderer, S. 61, gibt die Volkszahl für 1818 mit 5548 an, richtig ist aber nach allen Quellen 5546. — Der auf- fällige Bevölkerungsrückgang zwischen 1815 und 1818 hat seinen Grund zur Hauptsache in den Auswirkungen des Hungerjahres 1817. In Liechtenstein wurden 1816 83 und 1819 90 Menschen mehr ge- boren als starben. 1817 hingegen wurden 112 und 1818 noch 37 mehr Sterbefälle (meist Kinder und alte Menschen) als Geburten verzeichnet. Die Missernte von 1816/17 zwang auch mehr Menschen zur Auswanderung. Durch grossen Wanderverlust und hohe Sterb- lichkeit lässt sich der Bevölkerungsrückgang von rund 10% im Ver- 28
        

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