dert ist eine immer stärker werdende saisonmässige Auswanderung festzustellen. Viele Liechtensteiner suchten Verdienstmöglichkeiten im Ausland, kehrten aber meist jährlich zur Winterszeit wieder in die Heimat zurück.47 Die Volkszahl dürfte in der Zeit zwischen 1784 und 1852 von 4300 auf 7400 angestiegen sein. Das entspricht einer Zunahme von 68% in 70 Jahren, wogegen die Bevölkerung der Schweiz von 1800 — 1850 um 42 % zunahm.48 Von 1852 an verlangsamte sich dann das Bevölkerungswachstum, es stagnierte zeitweilig, die Bevölkerung nahm sogar ab. Den starken Anstieg in der Zeit von 1874 auf 1880 und den darauffolgenden Rückgang bis 1885 ausgenommen, stieg die Volks- zahl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht mehr an. Das Land selbst konnte trotz einsetzender Industrialisierung nicht allen Ein- wohnern Lebensunterhalt bieten, die saisonmässige Auswanderung ver^ stärkte sich, und zusätzlich setzte eine dauernde Auswanderung mit Vermögensabzug vor allem nach Amerika ein. 1901 lebten 7 531 Men- schen in Liechtenstein. Von 1852 bis 1901 hatte die Bevölkerung also lediglich um rund 4% zugenommen. Seit der Jahrhundertwende ist dann wieder ein verstärktes, durch den ersten Weltkrieg vorübergehend gehemmtes Bevölkerungswachstum festzustellen. Bevölkerungsgliederung49 Die Bevölkerung Liechtensteins nahm im 19. Jahrhundert keines- wegs in allen Landesteilen gleich stark zu. Das geht schon aus einem Vergleich der absoluten Zahlen hervor.50 Wenn man die prozentuale Zunahme im gesamten Zeitraum von 1784 — 1911, sowie in den mar- kanten, voneinander stark unterschiedlichen drei Perioden der Bevöl- kerungsentwicklung betrachtet, wird das noch deutlicher.51 Aus der Zusammenstellung geht klar hervor, dass Balzers innerhalb des gesam- ten Zeitraumes die weitaus stärkste Bevölkerungsvermehrung aufweist. Balzers zählt 1911 rund dreimal soviele Einwohner wie 1784. Vaduz. Triesen und Schaan zählen gut, Mauren nur knapp doppelt soviele Ein- wohner wie 1784. Triesenberg, Eschen und Schellenberg sind im selben Zeitraum rund um die Hälfte ihres anfänglichen Bevölkerungsstandes gewachsen. Ruggell weist 1911 eine Zunahme von 22.7% auf, während Gamprin einen sehr kleinen, Planken aber einen beträchtlichen Bevöl- kerungsrückgang verzeichnet. 47 Betr. Auswanderung, vgl. unten S. 56 — 63. 48 Bickel, Bevölkerungsgeschichte, S. 114. Die Schweiz hat laut Tabelle in der Zeit von 1800 — 1850 einen Bevölkerungszuwachs von 42 °/o zu ver- zeichnen. 49 Vgl. dazu die Tabellen im Anhang Nr. 12 - 17. 50 Tabelle im Anhang Nr. 12 und 14. 51 Tabelle im Anhang Nr. 15. 49
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.