Mit Gesetz vom 9. Mai 1972 wurde die Stiftung Liechtensteinisches Landesmuseum errichtet, das damit eine selbständige Instituion ist. In einer Vereinbarung zwischen der Fürstlichen Regierung, welche die Stiftung vertritt, und dem Historischen Verein werden die Besitzver- hältnisse geregelt und die Rechte abgegrenzt. Die Sammlungen und die Bibliothek des Vereins werden dem Landesmuseum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Am 24., 25. und 26. Juni 1972 fand auf Einladung unseres Vereins in Vaduz die Jahresversammlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte statt. Nach der Generalversammlung sprachen Dr. Elmar Vonbank, Bregenz, über die Urgeschichte des Rheintals und Dr. Georg Malin, Mauren, über das Gebiet Liechtensteins in römischer und frühmittelalterlichen Zeit. Anschliessend fand eine Führung durch das Landesmuseum statt. Am zweiten Tag besuchten die Teilnehmer die historischen Stätten des Oberlandes. Eine Fusswanderung über den Schellenberg führte die Besucher am dritten Tage zu den wichtigsten Ausgrabungsstelleii des Unterlandes und schliesslich nach Bendern. Die Burgruine Neu-Schellenberg ist nach wie vor ein beliebtes Aus- flugsziel. Um festgestellten Missbräuchen entgegenzutreten, wurde die Erteilung der Erlaubnis zur Durchführung von Anlässen auf der Ruine an die Gemeindevorstehung Schellenberg übertragen, die in verdan- kenswerter Weise auch die Überwachung der Anlage übernommen hat. Unser Verein hat die Koordination der Bestrebungen zur Errichtung eines historischen Höhenweges auf dem Eschnerberg übernommen, der einen wichtigen Beitrag zur Erholung und Freizeitgestaltung überneh- men soll. Anfangs September wurde beim Neubau des Alois Allgäuer an der Halde beim Volksschulhaus in Eschen in ca. 1.80 m Tiefe ein Skelett ausgegraben. Die Bestattung lag in Ost-West-Richtung. Da Beigaben fehlten, war eine Datierung nicht möglich. Im Oktober wurde vom Historischen Verein unter der wissenschaft- lichen Leitung von UD Dr. Elmar Vonbank eine urgeschichtliche Such- grabung auf dem Hügel südlich des Sägaweihers ob Nendeln durch- geführt. Die Grabungsleitung lag in den Händen von Manfred Wanger, Planken. Die Planzeichnungen besorgte Dr. Werner Graf, St. Gallen. Die Funde lassen auf eine Besiedlung in der frühen Bronzezeit, viel- leicht sogar in der ausgehenden Jungsteinzeit schliessen. Weitere Un- tersuchungen auf dieser Grabungsstelle sind vom Historischen Verein in Aussicht genommen worden. Dr. Eugen Gabriel, derzeit wissenschaftlicher Rat an der Universi- tät Freiburg im Breisgau, ist mit der Herausgabe eines Sprachatlasses Vorarlberg-Liechtenstein beschäftigt. Die Dialektaufnahmen unserer Gemeinden liegen seit einigen Jahren vor. Hans Brunhart, cand. phil. von Balzers, hatte im Auftrage der Fürstlichen Regierung die Vorbe- reitung der Aufnahmen für die Drucklegung übernommen und zum 430
        

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