die österreichischen Nachbarn 2 — 3 fl auf 100 fl.15 Die Steuerbelastung der Liechtensteiner war noch in den Friedens] ahren des 18. Jahrhun- derts so klein, dass sie sich darum stritten, möglichst hoch für die Steuer eingeschätzt zu werden. «Weil das Rodfuhrwesen nach, der Steuer um- gieng, und einer, der höher in der Steuer war, etwa einmal mehr fahren dörfte als ein anderer», gab man ein möglichst hohes Steuervermögen an.18 Um 1700 betrug das Eidsteuervermögen in Liechtenstein 641'875 fl,17 1777 524'469 fl.« Der Ansatz von 1777 blieb bis zur Neu- ordnung des Steuerwesens im Jahre 1807 bestehen. In Friedenszeiten mochte die alte Steuerordnung den Verhältnissen ganz gut angepasst gewesen sein. Jedenfalls sind aus jener Zeit keine Widerstände gegen das Steuersystem bekannt. Den Untertanen waren die Steuerabgaben nach den alten Schätzungen so sehr zur Gewohnheit geworden, dass sie um die Jahrhundertwende von den alten Grund- lagen und Vorschriften der bestehenden Steuerordnung nichts mehr wussten.19 Als aber nach der französischen Revolution die Steuerlast wegen der steigenden Reichsauslagen immer drückender wurde,20 kam den Untertanen das Ungenügen der Steuerordnung zusehends zu Be- wusstsein. Die Verteilung der Reichs- und Kreislasten nach den alten Steuerschätzungen während der Franzosenkriege musste zu Ungerech- tigkeiten führen.21 Aber auch andere Mängel des Steuersystems kamen zutage. Im Ver- trag von 1513 zwischen Kaiser Maximilian und Graf Rudolf von Sulz über die Steuern und Lasten der «Genossleute» am Eschnerberg und 15 LB Fritz; LRA AR ad Fasz. 29. AR Nr. 40, Fasz. 39. SR L 4, Nr. 347 pol.: Landschaftsrechnungen 1764 — 1808. 16 HKW L 2 - 4, 1. 11. Febr. 1805. OA an HKW. 17 Kaiser (1847), S. 511. 18 LRA AR Nr. 28. Fasz. 27/1: «Steuer Anschlag oder Steuer Fuss der oberen Landschaft vom Jahr 1777.» Markt Liechtenstein (Vaduz !) 52'431 fl Schaan 80'972 fl Planken 15'356 fl Triesen 56'195 fl Balzers 68'216 fl Triesenberg 60712 fl Summa 333'882 fl Die untere Landschaft ist im Steuer Anschlag: 190'587 fl 30 kr.» 19 HKW L 2 - 4, 1. 11. Febr. 1805. OA an HKW. 20 Die untere Landschaft hatte beispielsweise in der Zeit von 1795 bis 1798 7 Steueranlagen, 2 mit 24 kr, 3 mit 1 fl und je eine mit 3 fl bzw. 5 fl auf 100 fl vorgenommen. Auch in der oberen Landschaft waren die Steueran- sätze beträchtlich gestiegen, blieben aber etwas unter denen des Unter- landes. - Vgl. Anhang Nr. 75, S. 228 f. 21 HKW L 2 - 4, 10. 11. Febr. 1805. OA an HKW. 391
        

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