auf eine sprachliche Keltisierung hin.7 15 v. Chr. wurde das Gebiet von den Römern erobert und stand die folgenden Jahrhunderte unter deren Herrschaft und Verwaltung.8 Als dauerhafteste Hinterlassenschaft die- ser Zeit hat sich die im 4. Jahrhundert erfolgte Christianisierung er- wiesen.9 Seit der Mitte des 5. Jahrhunderts drangen Alemannen ins Rheintal ein. Dieser Zustrom fand aber zunächst auf der Linie Hir- schensprung-Götzis eine vorläufige Begrenzung. Weiter südlich kam es nur zu vereinzelten Infiltrationen. Auch als Rätien 537 von den Ost- goten, in deren Machtbereich es 502 geraten war, an die Franken über- ging, änderte sich wenig.10 Die Wende führte erst Karl der Grosse 806 herbei, als seine Gauverfassung auch unser Land in die zentralistische fränkische Reichsorganisation einordnete und die weltliche Gewalt in die Hände der Grafen legte. Diese Massnahmen erwiesen sich als be- stimmend für die ganze künftige Entwicklung.11 Einerseits war damit die Grundlage für die späteren Herrschaftsverhältnisse gelegt, anderer- seits erfolgte durch den Zuzug fränkischer Beamter und Lehensleute samt Gesinde und die Einwanderung von Neusiedlern eine intensive Germanisierung.12 Der rätoromanische Volksteil verschmolz allmählich mit dem Volk der Zuwanderer. Es ist anzunehmen, dass im 13. oder 14. Jahrhundert das rätoromanische Element in der Sprache völlig ver- schwunden war. Orts- und Flurnamen, sowie rätoromanische Sprach- reste in der liechtensteinischen Mundart zeugen heute noch von den Vorgängen jener Zeit.13 — Ein letzter, und wie sich zeigen wird, nicht 7 Vgl. Gustav Sauser, Anthropologie. In: Karl Ilg, Landes- und Volkskunde, Geschichte, Wirtschaft und Kunst Vorarlbergs, Bd. III., Innsbruck 1961, S. 1 — 24; Elmar Vonbank, Vor- und Frühgeschichte, ebenda, Bd. II, Inns- bruck 1968, S. 1 - 30. 8 Georg Malin, Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft, JBL 58 (1958), S. 5 — 89. Auch aus der Römerzeit sind in Liechtenstein eine be- trächtliche Anzahl Funde gemacht und in den Jahrbüchern beschrieben worden. Am bekanntesten sind die Überreste eines römischen Kastells in Schaan. 9 Walter Drack, Karl Schib, Illustrierte Geschichte der Schweiz, 1. Bd. Ein- siedeln 1958, S. 147-152. 10 Vgl. Illustrierte Geschichte der Schweiz, 1. Bd. S. 124 - 126 und S. 143 f. 11 Vgl. Illustrierte Geschichte der Schweiz, 1. Bd. S. 165. Erwin Poeschel, Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950, S. 7. 12 Betr. Alemanneneinwanderung und Germanisierung vgl.: Josef Zehrer, Die Besiedlung des Rheintales und des Walgaues. In: Karl Ilg, Landes- und Volkskunde, Geschichte, Wirtschaft und Kunst Vorarlbergs, Bd. II, Inns- bruck 1968, S. 45 - 73. 13 Das Früh- und Hochmittelalter in Liechtenstein, besonders die Ausgestal- tung der Grundherrschaft und des Genossenschaftswesens mit all den Auswirkungen und Entwicklungen bis ins 19. Jahrhundert, ist bis anhin nur spärlich und in Einzeluntersuchungen erforscht. Ähnlich wie auch in Vorarlberg muss die Quellenlage für diese Zeit als ausgesprochen un- günstig bezeichnet werden. — Vgl. Elmar Vonbank, Vor- und Frühgeschichte, a. a. O., S. 41-43. 41
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.