im Rahmen dieser Arbeit unmöglich, Einzelheiten der Tarife oder klei- nere Tarifänderungen darzustellen. In einer Übersicht im Anhang wer- den daher lediglich einige Positionen aus den österreichischen Tarifen herausgegriffen.125 Dabei werden nur die eigentlichen Tarifgesetze be- rücksichtigt, nicht aber kleinere Tariferlasse, die jeweils nur einige Po- sitionen änderten. Eine allgemeine Entwicklung lässt sie dennoch ab- lesen. Zur Zeit des Abschlusses des Zollvertrages mit Österreich galt der Zolltarif vom 6. November 1851, der ab 1. Februar 1852 in Kraft trat.12« Schon am 1. Januar 1854 trat ein neuer in Kraft.127 Er war nötig ge- worden, nachdem am 19. Februar 1853 ein Zoll- und Handelsvertrag zwischen Preussen und Österreich abgeschlossen worden war, dem dann auch die Staaten des deutschen Zollvereins beitraten. Es war dann erneut der Handels- und Zollvertrag vom 11. April 1865 zwischen Öster- reich und den Staaten des deutschen Zoll- und Handelsvereins, der ab 1. Juli 1865 zu einem neuen österreichischen Zolltarif führte.128 Dieser Tarif war allerdings nur kurze Zeit vollgültig in Kraft, da später zum Teil wieder Bestimmungen aus dem alten von 1853 Gültigkeit erhielten, zu denen sich noch verschiedene Abänderungen gesellten. Weitere Ta- rifgesetze wurden am 27. Juni 1878, am 25. Mai 1882 und am 13. Fe- bruar 1906 erlassen.129 Die Schweiz hatte erst seit dem 1. Februar 1850 einen einheitlichen Zolltarif. Mit dem Zollgesetz vom 27. August 1851 war- auch ein neuer schweizerischer Zolltarif verbunden. Er war wie der bisherige in Ein-, Aus- und Durchfuhrzölle gegliedert. Bei den Einfuhrzöllen galten fol- gende, gegenüber früher leicht erhöhte Zollsätze: Bei Artikeln, die stückweise verzollt wurden, 10 Rappen bis 6 Franken; bei Waren die wertmässig verzollt wurden, 2.5—'10%> vom Wert; bei Waren die nach Gewicht verzollt wurden, 15 Rappen bis 3 Franken von der Zug- tierlast und 15 Rappen bis 15 Franken vom Schweizerzentner.130 In der Folge erfuhr dieser Tarif, sehr oft beim Abschluss von Handelsverträgen, zahlreiche Abänderungen. Am 1. Januar 1873 wurde der Tarif mit allen Abänderungen neu ausgegeben. An Stelle der bisherigen Zollklassen waren nun die Waren nach verschiedenen Kate- gorien aufgeteilt. Bis 1884 blieb der Zolltarif von 1851 mit vielen Än- 125 Anhang Nr. 79, S. 255. 126 RGBl. Jg. 1851, Nr. 244. 127 RGBl. Jg. 1854, Nr. 262. Tarif vom 8. Dez. 1853. 128 RGBl. Jg. 1865, Nr. 39. Tarif vom 30. Juni 1865. - Vgl. «Liechtensteiner Landeszeitung», Jg. 3, Nr. 13, 6. Mai 1865. — Betr. österr. Handelsverträge vgl. unten, S. 382 - 385. 129 RGBl. Jg. 1878. Nr. 67. Jg. 1882, Nr. 47, Jg. 1906, Nr. 20. 130 Das schweizerische Zollwesen, Bern 1948, S. 12 - 24. 381
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.