einzig auf den liechtensteinischen Beitrag zu den Kosten der Verwal- tung und der Finanzwache. Am 27. November 1888 unterzeichneten die beiden Bevollmächtigten in Wien das Übereinkommen.120 Der Bei- trag Liechtenstein wurde mit 17% des ihm zufallenden Anteils am gemeinsamen Reinertrag festgelegt.121 Im übrigen blieb der Vertrag von 1876 bestehen. Die Vertragsbasis für die österreichisch-liechtensteinische Zolleini- gung blieb bis zu deren Ende unverändert. Gemäss Artikel 28 des Ver- trages vom 3. Dezember 1876 wurde derselbe jeweils auf weitere 12 Jahre verlängert, wenn nicht ein Jahr vor Vertragsablauf eine Kündi- gung erfolgte.122 Auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Zolleinigung mit Österreich im wesentlichen gleich zu beurteilen wie in den ersten Jahren ihres Bestehens. Unmittelbar an der Grenze wirkten sich die Zollschranken viel empfindlicher aus, als weiter davon entfernt. Die Bevölkerung sah täglich, dass jenseits der Grenze die wichtigsten Le- bensmittel wesentlich billiger zu kaufen waren. Sie erkannte die gün- stigeren Lebensbedingungen und Erwerbsverhältnisse in der Schweiz. Deshalb wurden immer wieder Stimmen laut, die in den Zollverhält- nissen ein Hindernis für die Entwicklung des Wohlstandes und der industriellen und gewerblichen Produktion sahen. Die Teuerung in Liechtenstein war zum Teil auf die Zollschranken zurückzuführen. Aber auch die Währungsverhältnisse waren dafür verantwortlich, da der österreichische Gulden an der Grenze geringere Kaufkraft hatte als im Innern des Kaiserstaates. Schliesslich hatte das einheimische Han- delsgewerbe Schuld an der Teuerung. Es bezog Waren aus dritter und vierter Hand und wollte noch Gewinn herausschlagen. Trotz all dieser Nachteile wurde der Zollvertrag von den Behörden als eine Lebens- frage für das Fürstentum angesehen.123 Betrachten wir die Entwicklung der Zolleinnahmen im Rahmen des Staatshaushaltes, so wird diese An- sicht leicht verständlich.124 Zolltarife Es soll auch kurz auf die während der österreichisch-liechtensteini- schen Zolleinigung gültigen Zolltarife eingegangen werden. Es ist aber 120 «Additionskonvention wegen Abänderung der Bestimmungen des Artikel XVIII. Punkt d des Vertrages vom 3. Dezember 1876, über die Erneuerung, beziehungsweise Fortsetzung des zwischen Österreich-Ungarn und Liech- tenstein bestehenden Zoll- und Steuervereines.» Wien, 27. November 1888. (LGBl. Jg. 1889, Nr. 2). 121 a. a. O.. Art. 1. 122 Vgl. oben, S. 375-379. 123 HKW H 1665. o. Nr. Ende Dez. 1890. Rechenschaftsbericht des Landes- verwesers Karl von In der Maur über die Verwaltungsperiode 1884 — 1890. 124 Vgl. Allhang Nr. 76, S. 230 - 237. 380
        

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