Bevölkerungsentwicklung nicht unwesentlich beeinflusst. Im folgenden sollen die früheren Bevölkerungsverhältnisse in Liechtenstein und de- ren wirtschaftliche, soziale und politische Auswirkungen, aber auch die Abhängigkeit der Bevölkerungsentwicklung von Wirtschaftsschwan- kungen dargestellt werden. a) Geschichtliche Herkunft und Charakter Für die Geschichtsforschung war es vor nicht allzu langer Zeit bei- nahe unumgänglich notwendig, sich in diesem Zusammenhang mög- lichst ausführlich mit der rassisch-völkischen Zusammensetzung der liechtensteinischen Bevölkerung zu befassen.4 Denn «der Mensch nicht in seiner Vereinzelung genommen, sondern mit seiner Art verbunden zum Volk, im gemeinsamen Raum, von gleicher Abstammung und Geschichte»5 sei Träger des Wirtschaftslebens. Der Volkscharakter, ge- wissermassen die Anlagen eines Volkes, einer Rasse würden dessen soziale und wirtschaftliche Verhältnisse wesentlich bestimmen. — Wie beim Individuum sind auch bei den Völkern solche Anlagen als be- stimmende Faktoren stark überschätzt worden. Viel stärker wirkt sich die Umwelt, der Kontakt mit anderen Kulturen, mit verschiedenen Bildungsinhalten und damit verbundenen Vorstellungen vom Leben und der Welt aus. Dadurch erst werden bestimmte vorhandene Anlagen gefördert und geweckt, andere zurückgedrängt und verschüttet. Grabungen erbringen den Nachweis, dass Liechtenstein seit der jung- steinzeitlichen «Rössener Kultur» (ca. 2800 — 2000 v. Chr.) besiedelt war. Auf dem Eschnerberg konnte anschaulich eine Siedlungskontinui- tät bis in die Römerzeit aufgezeigt werden.6 Die Urbevölkerung des Landes war rätisch. Darunter wird jene Bevölkerung verstanden, die zur Römerzeit die Landschaft Rätien bewohnte, in sich aber mehrere Bevölkerungselemente vereinigte. Für eine dauernde Anwesenheit ge- schlossener keltischer Volksteile gibt es bis anhin keine einwandfreien Beweise. Keltische Orts- und Flurnamen weisen aber zum mindesten die bestmöglichste nahrungsfähige Bevölkerung ist das Grundprinzip eines wohlgeordneten Staates.» (LRA SR B 6, o. Nr., 2. März 1810. Schuppler an HKW). 4 Vgl.: Otto Schallert, Landeskunde von Liechtenstein, Diss. Innsbruck 1935 Walther Fach, Landeskunde des Fürstentums Liechtenstein, Dorribirn 1938 Franz Schredt, Das Fürstentum Liechtenstein. Wirtschaftliche Experimente eines Kleinstaates im beginnenden Zeitalter der Grossraumwirtschaft, Diss. Innsbruck 
1941. — Schredt betont vor allem die blutsmässige Zugehörigkeit der Liechtensteiner zum grossen Stamm der Deutschen und äussert am Schluss seiner Arbeit den Wunsch, «die herrschende Tendenz der Anleh- nung und des Zusammengehörigkeitsgefühls mit dem Deutschen Volk möge platzgreifen.» — Schredt, a. a. O., S. 135. 5 Schredt, a. a. O., S. 18. 6 Vgl. die Berichte über die Grabungen 1935 —1955 auf dem Eschnerberg und 1932 —1933 auf Gutenberg in den Jahrbüchern des Historischen Vereins. 40
        

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