unter Landvogt Schuppler eingeführt worden.12 Die Tax- und Stempel- einkünfte waren für Landeszwecke bestimmt und sind, wie die Steuern, seit ihrer Einführung als Landeseinnahmen zu bezeichnen. Unter dem Titel «landschaftliche Giebigkeiten» werden in der Ta- belle über den Staatshaushalt im Anhang ehemals landesherrliche Ein- künfte aus verschiedenen Hoheitsrechten aufgeführt.13 Einige dieser Einnahmequellen hatte der Fürst 1848 dem Land überlassen, einige waren schon früher vom Rentamt ausgeschieden und dazu bestimmt worden, die Auslagen des Landes zu decken. Zu den letzteren gehörten die alten «Konzessionsgelder» (Apothekerwurzelgraber-, Lumpensamm- ler-, Aschensammler-, Gipsbruch-, Enzianwurzelgraber- und Salitergra- berzins;14 Taferngeld,15 Schleifer-, Klampfner- und Sägfeilbefugnis),10 die Einkünfte aus den 1809/10 eingeführten Hausierbefugnissen, Han- delsbewilligungen und Tafernzinsen,17 und schliesslich die seit 1829 verlangten Tanzmusikbewilligungen.18 1848 überliess der Fürst dem Land neben dem bereits genannten Zoll-, Weg- und Umgeld folgende Einnahmequellen: das Jagd- und Fischereiregal, das «Alprecht» oder «Vogelmolken», die «behöbte Steuer», den «Schäfhaber», die «Neu- gereutzinse» und «Fasnachshennen», sowie das «Pleuelgeld».— Die vielen «landschäftlichen Giebigkeiten» stellten bis in die 40-er Jahre einen namhaften Teil der Landeseinkünfte dar, schrumpften aber später immer mehr zusammen. Teils wurden sie im Verlaufe der Grundent- lastung und Bauernbefreiung aufgehoben,19 teils durch andere Ein- 12 Papierstempelordnung vom 20. März 1809. (LRA NS 1809) abgeändert durch Verordnung vom 10. Nov. 1841 und 20. Juli 1852, (LRA NS 1841 u. 1852) durch Regierungsverordnung vom 10. Aug. 1878 wegen Einführung der Stempelmarken (LGBl. Jg. 1878, Nr. 9), Gesetz vom 28. Sept. 1883 (LGBl. Jg. 1883, Nr. 5) und Gesetz vom 31. Dez. 1893 (LGBl. Jg. 1894, Nr. 1.). - Provisorische Gerichtstaxenskala vom 30. Dez. 1809. (LRA NS 1809) - auf- gehoben durch Taxgesetz vom 22. Februar 1859 (LRA NS 1859) - ersetzt durch Taxgesetz vom 5. Juli 1884 (LGBl. Jg. 1884, Nr. 5). Mit Verordnung vom 17. Juni 1911 (LGBl. Jg. 1911, Nr. 2) wurden Automobiltaxen einge- führt. - Vgl. auch: Schädler, Landtag, JBL 3 (1903), S. 61 f. u. S. 68-70. 13 Der Begriff «landschaftliche Giebigkeit» taucht erstmals in der Landes- rechnung von 1864 auf. 14 Der Apothekerwurzelgraberzins brachte 1849 zum letzten Mal 10 fl, der Enzianwurzelgraberzins 15 fl ein. Der Aschensammlerzins stand 1847 mit 13 fl, der Salitergraberzins bereits 1841 mit 10 fl das letzte Mal zu Buch. (LRA Rechnungsbücher). Das Gipsregal wurde am 23. September 1871 (LGBl. Jg. 1871, Nr. 2) und das Lumpensammeiregal am 10. November 1882 (LGBl. Jg. 1882, Nr. 2) aufgehoben. 15 Das Taferngeld wurde 1809 durch die Tafernzinse ersetzt. (Vgl. oben, S. 215). 16 Diese Befugnisse wurden anfangs der 40-er Jahre zum letzten Mal vergeben und brachten noch je 1 — 3 fl ein. 17 Vgl. oben, S. 244 u. 259 - 262. 18 LRA Rechnungsbücher. 19 Vgl. oben, S. 126-141. 352
        

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